Google hat einige Webkataloge gekickt – und?

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Und schon schießen mal wieder die wildesten Spekulationen ins Webkraut. „Aufpassen!“ sagen die einen und „Bloß nicht mehr eintragen!“ die anderen. Grund genug, mal nähere einen Blick darauf zu werfen…In einigen Blog-Kommentaren (meist nicht in den Beiträgen selber) wird bereits davor gewarnt, sich in Webkataloge einzutragen. Da Google einige Kataloge, zuletzt retort.de mit PR7, aus dem Index geworfen hat (man sagt eigentlich „gekickt„, das klingt sportlicher 😉 meinen viele, Kataloge sind schläääächt.

Soweit ich das übersehe, hat es Kataloge erwischt, die eine sog. Backlinkpflicht haben. Das bedeutet, dass man dort einen Eintrag nur bekommt, wenn man selber einen Link zu diesem Katalog setzt. Klassischer Linktausch also, um Google zu behumsen und viele Links vorzutäuschen, die wegen gutem Content gesetzt wurden. Pustekuchen.

Wenn wir das analytische Seziermesser ansetzen und einen solchen backlinkpflichtigen Katalog auf dem OP-Tisch aufschneiden, springt uns eine zentrale Frage aus der Schnittwunde an: Hmmm… stellt nicht die Forderung einen Link zurück zu setzen, eine Super-Hürde z. B. für ein normales Unternehmen dar? Schon oder? Viele sind gar nicht in der Lage, auf ihrer Seite solche Links vernünftig zu platzieren. Wo denn? Mit welchem Hinweis? Andere wissen gar nicht, wie das geht. Und noch eine letzte Gruppe: Oft tragen war nicht die Webmaster selbst ein, sondern ein fleißiger Websurfer, der auf eine gute Domain aufmerksam machen möchte, die ihm selber gar nicht gehört (ein sog. Gut-Mensch). Die alle tragen hier nix ein, weil sie keinen Backlink setzen können oder wollen. Wer dann? Das dürfte so klar sein, wie ein Hirnödem bereits in der Vorphase zu zerplatzem Webdesign führt. All die Agenturen und Suchmaschinenoptimierer brennen in Backlinkkatalogen eigene und Kundenseiten rein. Warum? Weil sie die hohen PageRanks sexuell erregen. Das ist auch verständlich. Dafür setzt man schnell auch gern mal einen Backlink auf den Katalog von Seite schlagmichtot4711.html auf der Domain unter-der-grasnarbe.net (fiktiv!).

Nun wissen (fast) alle, dass Google Linktausch so gar nicht mag. Die Gründe sind auch klar: Der Rankingalgorithmus wird in die Irre geführt. Oder er führt zu irren Webseiten – wie man das auch immer sehen will…

Ob man solches Hin- und Herlinken wohl maschinell erkennen kann? Das kostet Google ein müdes Runzeln mit der linken Pobacke und jeder Informatikstudent (m/w) könnte einen solchen Filter in ein paar Tagen programmieren. Allein die Masse der Webseiten und Links macht hier Probleme. Aber Google hat Zeit und wachsende Rechenpower. Und anscheinend haben sie sich entschieden, auch PR starke Seiten von einem solchen Abschuss nicht mehr auszunehmen. Denn: Linktausch funktioniert schon länger nicht mehr – aber das nur am Rande.

Meine persönliche Diagnose:
Was das gerade passiert, hat nichts mit Katalogen im Speziellen zu tun. Das ist ein ganz normaler, aber verschärfter Backlink-Filter, der EBEN GERADE viele dieser Kataloge AUCH erwischt. Wie immer erfahren wir nur von den „großen bekannten“ Domains, die gekickt wurden. Wie viele Mio. kleiner Seiten, die Linktausch betreiben, ebenfalls gekickt wurden, weiß weder Mensch noch Tier.
Also: Katalog sind nicht per se böse. Sie sind gut. Sie helfen Menschen bei der Orientierung im Web, denn sie enthalten -bei vernünftiger Redaktion- keine Spamseiten. Google ist nicht blöd und weiß das auch. Böse sind seit Neuestem Kataloge mit Backlinkpflicht. Sie machen nur als Instrument des Linkaufbaus und des anschließenden Verkaufs von Werbefläche (z. B. Google Adsense) Sinn. Nicht aber wegen qualitativ hochwertiger Einträge! Hier muss man sich als Teilnehmer mit einem Link auf den Katalog outen. Schläääächt.
In „normale“ Kataloge ohne irgendwelche Pflichten kann man – soll man – sich nach wie vor ohne Angst eintragen.

Meine Empfehlung:
Wer Links auf solche Zwangskataloge gesetzt hat, sollte sich tunlichst und schnell von den eigenen Seiten entfernen. Trauschauwem… 😉

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