Website Boosting 2.0 - Weblog

Der Blog für das Buch Website-Boosting 2.0 von Mario Fischer

Wie kann man schlechte Links erkennen?

Matt Cutts von Google hat gestern ein Video veröffentlicht, in dem er kurz erklärt, wie man die "schlechten" Links erkennen kann, wenn man einen blauen Brief (bzw. eine E-Mail) von Google mit einer entsprechenden Warnung bekommen hat...

Matt nennt zwei Möglichkeiten, sich einen Eindruck zu verschaffen, welche Links für die Warnung verantwortlich sein könnten.

1. In den Webmastertools nachsehen

2. Beispiele in der Warnmail.

Zu 2. sagt er das, was er immer so gerne sagt: "We work hard..." ;-) Also sie arbeiten hart daran, dies zu realisieren. Man wird also künftig (wann genau ist noch umklar) einige Beispiele der beanstandeten Links mitgeliefert bekommen. Hinweis: Solche Mails bekommt man natürlich nur, wenn man in den Webmastertools von Google (WMT) mit der Domain angemeldet ist und die Nachrichtenfunktion aktiviert hat.

Zu 1.: Das ist derzeit tatsächlich die mit Bordmitteln am besten durchzuführende Möglichkeit. Dazu geht man in die Webmastertools in den Menüpunkt "Zugriffe" und dort auf "Links zu Ihrer Website". Unter der kleinen Tabelle "Wer erstellt die meisten Links" klickt man dann auf "Mehr >>" um die komplette Linkliste zu sehen. Über dieser Liste findet man dann drei Buttons und der rechte davon "Aktuelle Links herunterladen" führt uns zum Ziel.

Guckst Du Bild:

WMT-linkdatum.jpg


Nun erscheint ein Popup, ob man die Daten im CSV-Format oder via Google Docs laden möchte. Google Docs ist etwas einfacher, weil die beiden Spalten "URL" und "Erste Erkennung" gleich sauber getrennt sind. In Excel muss man die Daten erst manuell separieren.

Anhand des jeweiligen Datums erkennt man nun, dass Google mittlerweile tatsächlich täglich neue Linkdaten sammelt und diese hier auch so ausweist. Allerdings wird nur in Intervallen aktualisiert, man findet also nicht jeden Tag die neuesten Links. Hier hat man nun tatsächlich die wertvollste Linkquellenangabe vor sich, denn entscheident ist natürlich, wann und ob Google einen Link erfasst hat - und nicht wann das diverse SEO-Tools tun und deren eigenes Datum ausgeben. Dies gilt natürlich nur, wenn Google hier auch wirklich das tatsächliche Datum ausgibt, wann die Maschine den Link gefunden hat. Es gibt aber keinen vernünftigen Grund anzunehmen, dass das Datum hier gezinkt wäre.

Vermutungen:
Wenn man davon ausgeht, dass die Warnmails von Google automatisiert erzeugt werden, was sicherlich der Fall ist, werden sie wohl bei Erreichen eines bestimmten Schwellwertes losgeschickt. Geht man weiter davon aus, dass Google solche Berechnungen relativ zügig durchführt, dürfte es wohl ausreichen, sich die Links ab dem Datum der Warnmail bis zu einer Woche zurück genauer anzusehen. Dort sollte man die Bösewichte finden. Im Zweifelsfall hilft die alte SEO-Daumenregel: Man stellt sich die ehrliche Frage: "Braucht die Welt diesen Link?"

Schnell reagieren!
Wichtig ist nun, diese als schlecht identifizierten Links möglichst schnell zu entfernen bzw. entfernen zu lassen. Und gleich noch ein Tipp: Wie erwähnt, werden die Linkdaten nur in Intervallen aktualisiert. Es ist also sogar wahrscheinlich, dass man sofort nach dem Erhalt einer Warnmail die neuesten Links hier noch gar nicht sehen kann. Hier muss man (leider) dann noch etwas Geduld haben...

Hier noch das 2-minütige Video von Matt Cutts:

Wer sich wirklich für tiefergehende Suchmaschinenoptimierung interessiert, dem sei ein kurzer Blick auf meinen neuen 1-Tages SEO-Experten Workshop empfohlen. Da tauchen wir richtig tief in diese Dinge hier ein!

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Geschrieben von am 12.02.2013
Kategorie: Suchmaschinen



Kommentare & Anmerkungen

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Kommentare

Pragmatisch, und gut! :)

...wobei die meisten sicherlich Probleme damit haben werden -> links überhaupt richtig zu deuten!

Viele Grüße aus Hamburg
Matthias

2 | Omsec schreibt am 12.02.13 14:52:

Hallo Mario,

wenn ich Dich richtig verstanden habe, denkst Du, dass es genügt, schnell die letzten schädlichen Links abzubauen, richtig?
Ist danach ein Reconsideration Request notwendig oder erledigt sich das Thema damit von selbst?
Die Vorstellung vom "Überschreiten des Schwellenwertes" heißt aber auch, dass Google zumindest teilweise Manipulation toleriert. Andererseits müsste man, wenn man wieder aus der Abmahn-Delle raus ist, den künstlichen Linkaufbau extrem vorsichtig vorantreiben, wenn man es überhaupt noch macht...

Beste Grüße

Ullrich

Hi Omsec,
ja, es genügt in der Regel erst mal, die letzten schädlichen Links zu entfernen. Ein Reconsid-Antrag ist noch nicht nötig, wenn nur eine Warnmail kommt und noch keine Strafe verhängt wurde. Wenn es schon eine Strafe gibt, sollte man natürlich generell einen Linkputz machen! Erst dann stellt man den Reconsid.Req.

Ja, Google hat eine gewisse Toleranz auch gegenüber bözen Links. Erst wenn ein gewisses (flexibles) Maß überschritten wird, schlägt das Pendel um. Je nach Schwere gibt es dann erst eine Warnmail oder eben gleich eine Strafe. Solange noch keine Strafe erkennbar ist, würde ich also erst mal schnell (das ist wichtig) die letzten zweifelhaften Links abbauen, um die folgende Strafe zu vermeiden. Dann nach und nach die restlichen giftigen Links abbauen und gleichzeitig hochwertige Links (plus auch immer ein paar Crab-Links) aufbauen, damit es keinen Absturz im Ranking gibt!

4 | Til schreibt am 13.02.13 10:29:

Sehr schöne Sache. Webmaster Tools sind eigentlich schon sehr hilfreich, könnte aber meiner Meinung noch etwas mehr preis geben. Hoffe mal das Google weiter ernsthaft daran arbeiten wird dieses tool zu verbessern.

5 | Stavros Kourtidis schreibt am 14.02.13 17:47:

Nun, ich denke es kann auch eine Zwicke sein!

Ich meine wenn die Nutzer auf die Mails reagieren und die Links entfernen oder das disavow Tool benutzen, dann ist sich google doch sicher das Manipuliert wurde, oder?

Viel mehr würde ich entweder versuchen diesen Links Trust zu schenken, oder entsprechend weitere Trustlinks zu generieren.

Den Links Trust schenken, damit meine ich diese besondere Seite auf der der Link zu meiner steht, ganz wenig zu stärken. Mit einem Link von einer Trustseite zu der Seite die meine Seite verlinkt direkt. Oder auch wenn ich die gesamte Domain auf der der Link steht ein bisschen stärke.

Was aber wenn der Link aus einem Tausch kommt und es nicht meine Seiten sind, die Seiten des Konkurrenten stärken? JA!, aber in Maße. Man hat meiner Meinung nach viel mehr davon, wenn google auf einmal sieht das es doch ein guter Link ist (mit der Zeit), als wenn man zu plötzlichen Änderungen in der Backlinkstruktur unternimmt und alles viel mehr in Gefahr bringt.

Also ich würde kein schlechten Link entfernen. Ob ich diese gesetzt habe, oder Mitbewerber die mir schaden wollen. Es gibt genug Taktiken um diesen negativen Einfluss mit ein wenig Geduld zu positiven Hilfen zu machen.

Denke wir sollten uns alle mal mehr Gedanken darüber machen, wie die Suchmaschine auch in Zukunft damit umgehen wird.

Bin gespannt auf euere Komments

Euer
Stavros

6 | azella schreibt am 14.02.13 19:41:

Jemand der sich schon einige Zeit mit SEO befasst, weiß sicherlich was ein schlechter Link ist. Das liegt ja nicht an dem Link selbst, sondern an der linkgebenden Seite und der kompletten Domain. Wenn diese allgemein ziemlich "spammy" unterwegs ist, und viel auf minderwertigen Seiten mit harten Keywords linkt, weiß man Bescheid.

Das man nun Links entwerten kann, ist echt mal ein starker Schachzug von Google. Schließlich hat man gar nicht alle selbst gesetzt. Und bei manchen Webseiten, vor allem im Ausland, hat man kaum die Möglichkeit diese wieder entfernt zu bekommen. Manche Webseiten Betreiber reagieren einfach gar nicht. So sieht es aus.

Bis demnächst.
Daniel

7 | Dirk schreibt am 21.02.13 15:50:

Die "bösen" Links sollen anhand des Datums grob eingegrenz werden? Das setzt aber voraus, das der Auftritt gleichmäßig und regelmäßig gecrawlt wird, was bei kleinen Projekten regelmäßig nicht der Fall sein dürfte.

Bei großen Portalen bleiben dann die Links auf Seiten tief in der Struktur außen vor...

Dann eher die Linkquellen nach bestimmten Parametern durchgehen, Pagerank KÖNNTE hierbei ein Kriterium sein, Sichtbarkeit auch.

8 | Tim schreibt am 24.02.13 10:28:

ich sehe das etwas kritischer, weil erstens die webmastertools nie aktuell sind und weil man so selbst eine bewertung der links vornehmen kann. wenn ich genau weiss, welche links in googles augen gut sind, versuche ich weitere projekte von diesen linkquellen zu verlinken. das kann man (theoretisch) aggressiv betreiben.
sinnvoller für google wäre es, die schlechten einfach zu ignorieren und den linkbuilder weiter im unklaren zu lassen.

9 | Alexander R. schreibt am 3.03.13 18:14:

Ich frage mich ernsthaft wie das dann abläuft und man wieder aus der Penalty herauskommt. Denn wie weiß man, ob man nun alles erwischt hat und es einfach dauert bis man "released" wird oder ob da noch Probleme im Verborgenen sind. Denn Google zeigt ja nicht alle Links, sondern nur die die sie zeigen wollen. Keine Ahnung wie das dann wieder ermittelt wird :D

Dem Disavow Tool kann Google halt auch wieder nicht blind vertrauen, weil sonst fangen Webmaster an noch mehr zu spammen, weil sie ja ohnehin wieder alles bereinigen können.

Ich dachte immer, dass man nach einer solchen Nachricht einen RR machen muss. Aus meiner Erfahrung geht die Penalty nicht nach dem Entfernen der giftigen Links weg.

Webmaster Tools und SEOat its best? VW hat gerade ein Video zum "flashen" der image search beim Suchen nach "ultimate business car" geposted... Sehr beeindruckend, obwohl sicher nicht unbedingt skalierbar...

http://www.digitalbuzzblog.com/volkswagen-the-search-engine-ad/

11 | Andreas schreibt am 25.03.13 15:35:

Ein sehr interessantes Thema und ich bin noch nicht so tief in der Thematik drin. Aber das falsche Fremdlinks auf die man teilweise keinen Einfluss hat das Ranking beeinflussen können finde ich doch beunruhigend.

12 | Josef schreibt am 26.03.13 10:30:

Danke für diesen informativen Artikel. Gibt es Informationen darüber, in welchen Intervallen Google die Linkquellen in den Webmaster-Tools aktualisiert? Meiner subjektive Einschätzung nach passiert das im Schnitt etwa alle 5-7 Tage, obwohl ich nicht ausschließen möchte, dass dies eventuell Webseiten abhängig ist.

13 | Ingo schreibt am 27.03.13 14:53:

@Josef, also 5-7 Tage kann ich keinesfalls bestätigen! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es locker mal drei bis vier Wochen dauern kann, bis die Daten sich in den WMT aktualisert haben. So nützlich die WMT auch sind, um (aus aktuellem Anlass) ggf. schlechte Links zu erkennen, so sind sie aber nicht geeignet, wenn aktuelle Daten benötigt werde. Hier muss dann wohl auf andere (meist kostenpflichtige) Tools zurückgegriffen werden, wobei auch die unterschiedlichen kostenpflichtigen Tools teilweise sehr stark differierende Daten auswerfen.

Die Schwierigkeit in Bezug auf die ominöse "Google-Warnmail" besteht hat darin, die richtigen schlechten Links abzubauen und gleichzeit die "guten" Links zu erhalten bzw. neue "gute" Links zu generieren, da sonst da Ranking nicht erhalten bleibt bzw. wiederkommt. Hier das richtige Maß zu finden ist die Kunst und wer sich dabei vertut schmiert ab.

Das Thema mit den "falschen" Links von Aussen wird derzeit in anderen Foren und Seiten schon sehr heiß diskutiert - derzeit gibt es hierfür (noch) keinen effektiven Schutz - weil kein Seitenbetreiber sagen kann WER auf ihn verlinken kann und WER nicht... - es bleibt spannend ;-)

15 | Lori schreibt am 3.05.13 10:32:

Also ich nehme immer einen Backlinkchecker und die Bewerten in den meisten Fällen auch die Backlinks immer. So weis ich meistens auch ob die Links gut sind oder nicht :)

16 | Kev schreibt am 14.05.13 9:44:

Also ich denke das Problem der schlechten Backlinks macht sich nur bei den "Spammern" breit und nicht wenn man auch so schon wenig Backlinks hat. Da ist jeder einzelne bereits viel Wert.

17 | Kevin schreibt am 15.05.13 18:26:

Vielen Danke für diesen interessanten und hilfreichen Blog! Ich habe mich bisher noch garnicht mit dem Webmastertool von Google beschäftigt. Ich werde mir das aber auf jeden Fall anschauen und vieleicht mitaufnehmen. Klingt auf jeden fall hilfreich und interessant! Beste Grüße

Die BLs in den WMT sind sicherlich eine wertvolle Quelle und es scheinen dort in der Regel mehr zu sein als diverse Tools finden.
Aber ist das Vorhandensein in den WMT wirklich ein Garant dafür, dass alle dort aufgelisteten Links für das Ranking zählen und alle dort fehlenden nicht? Das bleibt eine Vermutung.

Ich kenne eine Website, die eine Reihe von BLs aus Gästebüchern hat, aber nicht alle erscheinen in den WMT. Einige von den Fehlenden mag G mittlerweile vielleicht nicht mehr im Index haben, weil auf Seite 5 abgerutscht, aber einige sind auf der ersten oder zweiten Seite des Gästebuches, das immer von der Startseite verlinkt ist. Möglich, dass G diese kennt und wertet, obwohl nicht in den WMT aufgelistet.

Bin außerdem gespannt, ob G irgendwann eine einfach zu handhabendes Tool zum Disavowing anbietet. Das wäre ein feines Forschungsinstrument und Fallschirm für alle Grau- und Schwarzhüte. Sobald ein zweifelhafter BL von G entdeckt wird, wird er einfach gelöscht und der nächste kommt dran...

Grüße,

Martin Dierks

19 | Gert schreibt am 30.05.13 22:30:

Ich stell mir das jetzt auch nicht so einfach vor schlechte links auszumachen. Kann sich das wirklich so arg auf die Webseiten auswirken?

Wenn ich Google wäre, würde ich das Tool vor allem nutzen, um sämtliche Links, die von einer Seite kommen abzuwerten. Im Prinzip lagert Google damit ja die manuelle Kontrolle, ob eine Seite wertvoll ist oder nicht an die ganzen SEOs aus. Ziemlich clever, wie ich finde ;-)

21 | Anatoli schreibt am 24.06.13 15:02:

Übrigens: Allein die Tatsache, dass es das Disavow-Tool gibt zeigt, dass man nun anhand von Links ANDEREN Schaden zufügen kann.

22 | Luisa schreibt am 12.07.13 9:47:

Einige Backlinktester zeigen ja auch ihre eigene Bewertung an aber auf die würde ich mich nicht verlassen. Kein Tool erreicht den Menschlichen verstand und Google ist zu komplex als das irgendein Tool das alles genau analysiert ;)

23 | Antonia schreibt am 9.02.14 13:53:

Danke für die sehr guten Tipps! Ich habe noch nicht so viel Erfahrung damit gemacht. Ich glaube, ich bin nicht die einzige, die die „schlechten Links“ nicht sofort auf den ersten Blick erkennt. Deswegen finde ich den Webmaster-Tool sehr hilfreich, er könnte aber noch verbessert werden, da sie nie ganz aktuell sind. Über das Thema wird schon sehr viel diskutiert, ich werde aber die „schlechten Links“ erst einmal ignorieren.

24 | Lara schreibt am 22.04.14 10:30:

Bislang war ich immer der Meinung, das Links Empfehlungen sind. Und schlechte Empfehlungen gibt es eigentlich nicht. Aber im www scheint es anders zu sein. Somit macht es natürlich Sinn, nur Links von vertrauenswürdigen Seiten zu berücksichtigen. Und wenn die Links zusätzlich traffic bringen, ist es auch für den webmaster und den Besucher vorteilhaft.

25 | Joerg schreibt am 13.07.14 17:22:

Hat jemand inwiefern es eine Rolle spielt wie oft jemand auf den jeweiligen Link klickt.

Ich habe mal gehört das ein guter Link wenn aber niemand drauf klickt und auf meine Seite kommt entwertet wird.

Was habt Ihr für Erfahrungen??

26 | Nima schreibt am 19.07.14 12:54:

Danke für den Beitrag, sehr informativ, wusste garnicht das man durch das Runterladen der Backlinks das Aufnahmedatum gezeigt bekommt.
Danke und Gruß Nima

Hallo zusammen, ich möchte mich zumal erstmal für diesen super hilfreichen Blog bedanken. In naher Zukunft schaue ich mal ins Webmastertool von Google rein und werde es ggf. auch nutzen da es sich sehr intressant anhört.

Lg Schaefer

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