Website Boosting 2.0 - Weblog

Der Blog für das Buch Website-Boosting 2.0 von Mario Fischer

Manipuliert Google die Suchergebnisse?

Ich schlage die aktuelle Internet-World, Ausgabe 21/09 (12. Okt.) auf und was sehen meine an viel Gram gewohnten Äuglein auf Seite 2? "Im Visier: Googles Macht - Verleger prüfen, ob sie gegen die Marktdominanz vorgehen sollen". Der Verdacht läge nahe, dass Google seine Marktdominanz ausnutzt und die Suchergebnisse manipuliert! Statt Anwälte hätte man besser Experten konsultiert und statt -wasweißich- wohl besser Betriebswirtschaft studiert. Oder ist das alles wieder nur ein geschickter PR-Schachzug, um Deutschland "Google ist böse!" einzubläuen?

Jaja. Wer Erfolg hat, muss in Deutschland leiden. Ein altes Sprichwort sagt ja, "Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung" - aber dann würde hier zu Lande wohl alles triefen vor Anerkennung. Aber das ist ein anderes Thema.

Hintergrund des Ganges zum Anwalt ("Kann man Google kartellrechtlich beikommen?") war laut Internet World eine Beschwerde des italienischen Verlegerverbandes bei den Kartellbehörden. Google werfe wohl relativ häufig Treffer zu Verlagsinhalten aus. Partner (also Unternehmen, die Adwords als bezahlte Werbung schalten) könnten bei der Ausgabe der organischen (der gerechneten Treffer auf der linken Seite) Treffer bevorzugt werden.

Nach meiner bescheidenen Kenntnis sind sich nahezu alle Experten einig, dass ein solcher Einfluss nicht beobachtbar ist. Das von Laien beobachtbare "Bevorzugen" bestimmter Domains hat seine Ursache ganz klar in den Backlinkstrukturen. Auf gute Inhalte, in diesem Fall eben qualitativ hochwertige Artikel, wird sehr viel häufiger und meist auch themenrelevant (!) von anderen bedeutenden Domains verlinkt. Daneben gibt es noch eine Reihe anderer gut bekannter Gründe, die uns hier zu weit führen.

Aber man muss gar kein Suchmaschinen-Experte sein, um den Manipulationsvorwurf als mental suboptimiert zu erkennen. Ein Semester Betriebswirtschaft oder das regelmäßige Lesen einer Wirtschaftszeitung (Ironie: Wer gibt die gleich noch mal raus?) hilft auch hier enorm.

Um es wirklich einfach zu erklären: Stellen wir uns vor, wir wären Google. Nun gibt uns ein Adwordskunde pro Tag eine Million, damit er mit seiner Domain und seinen gebuchten Suchbegriffen im bezahlten Bereich rechts (und teilw. oben) auftaucht bzw. man ihn findet und man hinklicken kann. Schön. Tun wir mal so, als wären wir deppert und wollen ihn dafür jetzt "belohnen" - wir schieben seine organischen (unbezahlten) Treffer auf Platz 1. Hmmm.. wo wird mehr geklickt? Die meisten Statistiken sagen, dass im organischen Bereich etwa 85% und im Bezahltbereich 15% geklickt wird. Im Mittel. Unser Kunde bekommt also jetzt jede und sehr viel mehr Menge Traffic umsonst - für den er uns sonst ja bezahlen muss. Versetzen wir uns für einen Moment in den Kunden; Der bekommt jetzt ein Vielfaches an Besuchern - für omme (lau, umsonst, for free). Warum sollte er weiterhin eine Mio. pro Tag an Google zahlen? Google würde sich also selber Umsatz entziehen, würde man zahlende Kunden mit attraktiven Plätzen im Suchergebnisse belohnen - die umsonst sind!

Man mag denken, gut - ja. Dann stellt der Kunde Adwords ein und dann verschwinden aber halt auch die manipulierten Ergebnisse wieder. Ach ja?

- Buchen: Organisch auch vorne,
- Stornieren: Organisch wech,
- wieder Buchen: Organisch wieder vorne,
- Stornieren: wieder wech.

Klar, so ein heftiges Auf- und Ab und der eindeutige Zusammenhang würde wohl nicht lange verborgen blieben.

Eher vor dem Gegenteil müsste man Angst haben! Dass Google gut zahlende Adwordskunden künstlich von guten organischen Listings fern hält! Und mich wundert es extrem, dass die Verschwörungsfans noch nicht auf dieses Argument gestoßen sind. Nein, eigentlich wundert es mich nicht. Denn wenn sie schon die oben beschriebenen Widersprüche nicht erkennen... Jetzt muss ich grinsen - sorry.

Und schließlich bleibt ein letztes, etwas unscharfes Argument: Würde es sich auf Dauer verheimlichen lassen, dass solche unfeinen Methoden bei einem so großen und dominierenden Unternehmen eingesetzt werden? Wahrscheinlich nicht. Und was würde passieren, wenn jemand schlüssig solche Manipulationen auch nur im Ansatz nachweist? Google könnte wahrscheinlich einpacken. Eine Empörungswelle würde digital und über die Medien durch die Welt rollen. Viele (zehn?)tausende SEOs und Online-Agenturen weltweit überwachen Rankings täglich. Das würde sicher nicht lange "geheim" bleiben.

Learnings: Abwehrreflexe ohne Sachkenntnis laufen oft und absehbar ins Leere. Und der immer und immer wieder bemühte Satz, dass Risiken meist oft gleichzeitig Chancen sein können, wird zwar oft nachgequatsch - aber scheinbar nicht verinnerlicht. Wir dürfen gespannt sein, wann die großen Medienkonzerne endlich wirklich eigene/neue Geschäftsmodelle für ihre Kunden entwickeln. Klagen ist der Gruß des Kaufmanns ;-)

Hat denn jemand begründete (!) und nachvollziehbare(!) Hinweise darauf, dass Google die Suchergebnisse zugunsten zahlender Adwordskunden manipuliert?

Bitte sehr: Feuer frei!

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Geschrieben von am 15.10.2009
Kategorie: Aktuell



Kommentare & Anmerkungen

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Kommentare

1 | Millus schreibt am 15.10.09 10:15:

Technisch ist es möglich, wer weiß, vielleicht tun sie es in Ausnahmefällen. Und warum auch nicht? Google darf mit Google machen was es will, es gehört ja ihnen. Wenn irgendjemand die Suchergebnisse oder das Ranking nicht gefällt, dann soll er selber eine Suchmaschine bauen/aufstellen/hosten etc.

Manchmal tut mir Google echt leid und manchmal erwarten die Leute von Google zuviel. Google ist eine Firma, die Gewinne machen will und muss. Es ist nicht der Pfadfinder Club oder der heilige Geist.

Wer weiß, vielleicht wurde ja der Artikel in der Internet World von einem BING Mitarbeiter finanziert. :)

2 | Dirk schreibt am 15.10.09 10:16:

"Dass Google gut zahlende Adwordskunden künstlich von guten organischen Listings fern hält! Und mich wundert es extrem, dass die Verschwörungsfans noch nicht auf dieses Argument gestoßen sind."

Dann würde ich mal kühn behaupten, dass die guten Position der Wikipedia (und ähnlicher Projekte ohne jedes Profitinteresse, die also auch für Adwords ausscheiden) diese Verschwörungstheorie stützen könnten.

"Viele (zehn?)tausende SEOs und Online-Agenturen weltweit überwachen Rankings täglich. Das würde sicher nicht lange "geheim" bleiben."

Wie sollte diese "Manipulation" überwacht werden? Variante a) (Benachteiligung bei Schaltung von Adwords) wäre evtl. nachzuweisen, aber Variante b) nicht - und das ganze nennt man dann "Trustfaktor".

@Dirk: Das mit Wikipedia hab ich nicht verstanden...
WP rankt deswegen so hervorragend, weil die Plattform intern supergut mit Keywords auf den Textankern verlinkt ist. Exakt so sollte interne Verlinkung sein.
Und extern? Auf WP gehen einige Mio. Backlinks, meist alle mit dem Keyword (dem Artikel"namen" auf dem Linktext. Breit über den Globus gestreut und meist mitten aus dem Text heraus. Und auch hier: Exakt so sollte es sein.
Kein Wunder. Meist ist der WP Treffer ja auch ein gutes Suchergebnis!

Punkt 2: Wie man das überwachen soll? Das ist Kindergeburtstag. Das machen Tools und die fixen jede Position (Adwords und organisch) für jedes Keyword. Und halten das in einer Datenbank fest. Hier hat man VOLLE Transparenz! Und der Zusammenhang "Adwords schalten, auch organisch vorne" - "Adwords nicht mehr schalten, organischer Absturz" wäre problemlos nachweisbar!

Hallo Herr Fischer, wieder eine schöne Polemik (im positiven Sinne) - macht immer Spaß, Ihren Blog zu lesen. Viele Grüße, Christoph Gummersbach

@Millus: Könnte sein, klar. Aber ich glaube nicht, dass hier Ausnahmen gemacht werden. Zwischen Sales (Adwords) und dem Organic-Team gibt es eine Brandmauer.

Leider von der Presse unterdrückt (weil scheinbar zu positiv ;-) haben wenige den Fall mit Google.jp mitbekommen. Die japanischen Google-Jungs haben da irgend einen Mist mit dubiosen Links im redaktionellen Teil von google.jp gemacht.
Matt Cutts hat die Domain google.jp daraufhin von PR9 auf PR5 gedrückt. Die eigene Firma wurde bestraft...

Und wer Mailkontakt mit Googler hat wird wissen, dass ab und an Mails von xxxx@google.com bei Googlemail in den Spamfilter einsortiert werden. Die schalten also nicht mal ihre eigene Domain auf Trust im eigenen (Free)Maildienst.

Es gibt mehrere solche Beispiele die zeigen, dass Google bei sich selbst die gleichen Maßstäbe anlegt, wie bei allen anderen Unternehmen. Und sich auch selbst nicht bevorzugt. Leider schreibt die Presse über solche Dinge oft nicht. Google käme dabei wahrscheinlich zu gut weg. Bad news are good news!

6 | Webagentur schreibt am 15.10.09 11:25:

Vielen Dank für den Beitrag. Sehr schön geschrieben. Ziel der Verlage ist das Mittelmass. Und "Internet World" liegt noch darunter.

PS: Darf man sich in einem Blog Eintrag wie diesem "Webagentur" nennen?

7 | Dirk schreibt am 15.10.09 11:28:

Hallo Mario, vielleicht hab ich mich unklar ausgedrückt: Zusammenhang Adwords an/aus und organisches Ranking ist natürlich nachweisbar.

Ich meinte, dass der Nachweis einer Benachteiligung von Seiten, die Adwords schalten (könnten), also kommerziellen Seiten, gegenüber Wiki & Co. schwierig bis unmöglich ist. Dabei kommt es m.E. nicht auf eine tatsächliche und gegenwärtige Adwords-Schaltung an, da diese Korrelation dann wieder überprüfbar wäre.

(Habe ich jetzt mal Option b getauft, bezieht sich auf deinen Satz "Eher vor dem Gegenteil müsste man Angst haben! Dass Google gut zahlende Adwordskunden künstlich von guten organischen Listings fern hält!")

Und mir ist auch klar, dass Wiki sehr gut intern+extern verlinkt ist (und natürlich häufiger einen Link bekommt als eine kommerzielle Seite) und auch gute Rankings verdient.

Nur ginge meine Verschwörungstheorie dann eher in die Richtung, dass nicht-kommerzielle Seiten einen Bonus erhalten, damit kommerzielle dazu gezwungen werden, verstärkt Adwords zu schalten.

Last not least denke ich aber an folgenden Zusammenhang:
Google liefert objektiv gute Ergebnisse => viele Besucher => Einnahmen durch Adwords

Durch "Manipulationen" und damit höhere Adwords-Einnahmen könnte man zwar die Einnahmen kurzfristig erhöhen, würde aber seine Reputation verlieren und somit auch Besucher.

@Dirk:
Das ist sicher eine gute Schlussfolgerung. Ich denke auch, dass Google (anders als viele andere Unternehmen) mit der Muttermilch aufgesogen hat, dass man die Besucher zu aller erst happy machen muss - der Umsatz kommt dann schon "hinterher".

Ich denke, dass auch ein wesentlicher Grund darin liegt, dass auf nicht-kommerzielle Sites wohl eher verlinkt wird. Es gibt wenige Gründe, auf ein Unternehmen zu verlinken. Daher bekommen die ganzen "echten" ;-) Links natürlich Blogs, Foren etc. Daher findet man die in der Regel auch besser in den SERPs.

Tue Gutes, rede (blogge/twitter) darüber und die Links werden folgen - das müssen viele Unternehmen erst begreifen. Die meisten wollen immer nur sofort und unmittelbar verkaufen. Das funktioniert halt in der Regel nicht... Aber zum Glück gibts ja den Umweg über Adwords. Und so kann schließlich jeder potentiell zu finden sein. Lächel.

9 | Loewenherz schreibt am 15.10.09 11:52:

Mario, ich muss dir mal wieder zu jeder Zeile Recht geben :) Letztendlich ist die Lernresistenz grade im Printbereich unglaublich hoch, und ich habe als Autor ja immer wieder mit Verlegern zu tun. Dabei zeigen sich grade kleinere Verleger eher lernfähig, doch je größer die Strukturen, je massiver der Einfluss der klassischen Marketingheinze, desto weniger Chancen für SEO. Passt zum aktuellen Blogbeitrag bei Andre. Vielleicht kennst du ja noch einen schönen Spruch zum Thema "Wer sich nicht verändern will, meckert übers Leben" oder so ;-)

Ich glaube nicht, dass die Suchergebnisse von Google manipuliert werden, zumindest nicht wie es oben beschrieben wird. Man darf aber nicht vergessen, dass die Algorithmen auch geändert werden, um die Ergebnisse zu verfeinen/ändern (was uns von Google manchmal öffentlich erklärt wird) was strenggenommen auch Manipulation ist (durch bewusste Beeinflussung in eine bestimme Richtung lenken).

Diese Entscheidungen sind subjektiv, damit meine ich was sie meinen wir sehen/lesen wollen - wir werden aber nie gefragt.

Ich glaube aber nicht, dass Google es böse meint - es wird halt manchmal bei welchen Leuten als böse empfunden.

Aber letztendlich wird das Tool einfach von Google zu unserer Verfügung gestellt, und wir können frei aussuchen ob wir es benutzen.

das Website Boosting Buch ist einfach klasse!

@Franz Brandtner: Vielen Dank!

Es ist schon erstaunlich wie oft die Kritiker vergessen, dass Google selbst auch nur ein Unternehmen ist. Umso erstaunlicher ist, dass Search von Adwords wirklich komplett getrennt ist. Langfristig gesehen aber die richtige Strategie.

In Amerika heißt es wohl: Google programmiert seinen Algorithmus selbst.

In Deutschland heißt es dann: Google manipuliert seinen Algorithmus selbst

@Jonas Weber:
Das trifft es auf den Punkt!
(Der Vergleich USA / Deutschland)

14 | Vitaliy schreibt am 15.10.09 17:44:

Ein cooler Artikel :)

Folgendes, Google hat es wirklich nicht leicht - und darf nicht wirklich alles machen. ".. Google werfe wohl relativ häufig Treffer zu Verlagsinhalten aus" - die einfachste Lösung wäre es wohl, all die unzufriedenen Verlage aus dem Index raus zu schmeißen, nicht? Dann darf aber Gurgel wirklich was erleben, dann heulen sie erst richtig.

Google ist wirklich aus unserem Leben nicht mehr weg zu denken, somit ist sie auch zur Zielscheibe für Politiker geworden (ja, ohne Politiker geht natürlich nichts, Frankfurter Buchmesse zeigt es nochmals deutlich :) )

Eins muss man aber nicht vergessen, Google ist nicht mehr 2 Kerle, die die Welt verändern wollten. Google ist eine AG und muss Gewinne erzielen. Es gibt noch keine Manipulationen, aber ca. 90% aller Websites gehören so oder so zum Google+Doubleklick Netzwerk. Und keine richtige Konkurrenz. Ich bin mir wirklich nicht sicher ob es so gut ist...

15 | Raffael schreibt am 16.10.09 10:43:

Ich mein, sowas ähnliches steht doch schon in deinem Buch, oder? Ist aber auf jeden Fall sehr sinnvoll und nachvollziehbar.

Manipulationen im großen Stil sind sicherlich nicht machbar, ohne, dass etwas zu erkennen ist. Aber bei den Statistiken zu den Klicks auf Platz 1-3 bzw. Platz 4-10 sieht man doch, dass selbst kleinste Veränderungen schon einen wahnsinningen Einfluss haben. So könnte Google mit nur kleinen Manipulationen schon starken Einfluss z.B. auf die Meinungsbildung haben.

@Raffael:
Yes, steht im Buch. Aber nicht alle hier haben ja auch das Buch gelesen - und ganz gelesen ;-)

Zu Deinen Überlegungen zu "kleinen" Manipulationen gilt das, was ich oben ja schon gesagt habe. Es macht betriebswirtschaftlich keinen Sinn, einen zahlenden Kunden mit einer kostenlosen Alternative zu belohnen, wenn die bewirkt, dass Zahlungen dann eher zurückgefahren werden.

Heimliche Manipulationen... Wer Google etwas besser kennt bzw. die Menschen die dort arbeiten - dem fällt es verdammt schwer zu glauben, dass sie an einer SO zentralen Stelle "evil" wären. Ich glaub das nicht und ich würde sogar darauf wetten. Klar, das ist eine reine Vermutung. Aber aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen würde ich mich trauen zu sagen: Eine begründete Vermutung.

Trotzdem kann ich nat. verstehen, wenn jemand das trotzdem "unheimlich" vorkommt.

Hi Mario. Gut auf den Punkt gebracht! Ich frag' mich wie viele Brockhäuse und Meyersche noch pleitegehen müssen, bis diese verwöhnte Branche mal innovativ wird...

Ich könnte mir vorstellen, dass Google die AdWords-Daten heranzieht, um Spam in den organischen Ergebnissen zu bekämpfen. So hat Google ja über die AdWords-Klickpreise eine schöne Übersicht über die fettesten/lohnendswertesten Keywords (Money Keys). Anhand dessen könnte man das organische Listing für gewinnträchtige Suchen gesondert behandeln. Ich stelle z.B. immer wieder fest, dass der Sandbox-Effekt bei diesen Keyword-Gruppen besonders stark ist. Auch für die Bekämpfung von Linkkauf wären diese Daten sehr nützlich. Aber - wie Du schon sagst - alles keine unmittelbare Beeinflussung.

18 | Jens schreibt am 18.10.09 21:16:

Solche Vermutungen und Verschwörungstheorien gab es im SEO Bereich doch schon vor Jahren. Nichts wurde nachgewiesen. Ich selbst konnte auch nichts nachteiliges für die organischen Ergbnisse feststellen, wenn AdWords geschaltet wurden. Solche Theorien kamen natürlich immer dann zustande, wenn man in den organischen Ergebnissen nicht so gut steht. Und hier haben einige Verlage wohl die Zeit verschlafen.

19 | Pawel Jong schreibt am 20.10.09 9:27:

Da kann man reden und reden, man kommt nicht gegen SEO-Mythen an. Daran wird auch dieser Beitrag nichts ändern. Allerdings sind SEO-Mythen auch ein gewisser Wettbewerbsvorteil - man darf halt nur nicht dran glauben. :-D

@Pawel Jong: Genau. Und Nero hat Rom anzünden lassen, Zecken springen von den Bäumen, in Spinat ist besonders viel Eisen und mit
meta name="pagerank" content="7"
kann man sich selber PageRank zuweisen.
Lächel. Stirbt wirklich nie aus.

Das mit dem meta-PR ist übrigens aus 2006, da hatte ich hier im Blog - http://bit.ly/47pc7d - einen Beitrag drüber geschrieben. Ist heute noch so lustig wie damals und beim Lesen gerade eben musste ich erneut breit grinsen ;-)

Großartig! Den meta pagerank von Lars Kasper kannte ich noch nicht. Habe selten so über Web-Unsinn gelacht.

Noch besser - weil direkt ergebniswirksam - fand ich allerdings das Meta-Element "ranking" mit seiner sehr eingängigen Syntax:

<meta name="ranking" content="google.de" position="15" keyword="Wein">

Habe ich gestern eingebaut, schon heute sprudeln die Affiliate-Einnahmen. ;-)

22 | Hine schreibt am 9.11.09 17:06:

Also ob Manipulation oder einfach nur Kundenoptimiert: wer oben sein muss, halt blechen. so shclimm ist das jetzt auch nicht.

23 | Christian schreibt am 16.11.09 20:12:

Ich denke die Meldung wird ein Schachzug der PR-Leute der Verleger sein. Ich konnte bisher auch nichts in diese Richtung feststellen.

24 | Helmut schreibt am 18.11.09 9:54:

Wenn etwas nicht so läuft wie man es sich vorstellt, wird gerne ein Sündenbock gesucht. Google müsste sehr umnachtet sein, wenn es die organischen Suchergebnisse manipuliert. Ruhig mal vorschnell mit Anwälten gedroht und dann erst nachdenken. Erst handeln dann denken? Irgendwie wird in dem Satz zu oft handeln mit denken vertauscht ;-)

25 | Oliver schreibt am 22.11.09 11:56:

Man beachte hier einmal diese Produktebeschreibung "Aus der Amazon.de-Redaktion". Ausgerechnet Amazon, die speichern ja selber massenhaft Daten:
http://www.amazon.de/gp/product/3453155378/ref=pd_luc_arr_04_02

Ich denke auch nicht, dass Google die zahlenden Kunden bestraft oder abstaft. Das mach wirtschaftlich keinen Sinn, und Google kann rechnen. Es scheint eher, dass einige Verleger über das schlechte Ranking verstimmt sind und nun einen virtuellen "Buh-Mann" suchen!

Eine "Buh-Frau"... Google ist doch weiblich... ;-))

Was mir in der ganzen Betrachtung fehlt, ist ein anderer Effekt. Ich konnte auch bereits feststellen, das eine Landingpage nach einer Weile Adwordsklicks ein überraschend gutes Ranking hatte, andere aber nicht. Der Unterschied war nicht die Klickzahl oder die Budgets sondern in meinen Augen zum einen der Inhalt und zum anderen waren die LP mit dem guten Ranking auch entsprechend gut verlinkt - nicht durch SEO-Maßnahmen sondern schlicht durch die User, deren Bookmarks, Posts in Foren etc. Viele Besucher sorgen letztlich auch für viele Links und damit für organisches Ranking. Google manipuliert da IMHO nicht - das machen die User selber. Quasi eine Abstimmung zu Fuß - äh - mit den Füßen.

@Peter: Das ist ein wichtiger Punkt. In eigenen Kampagnen habe ich das auch schon feststellen können. Die Wirkung in Sachen Inlinks hängt aber ganz stark davon ab, dass der Content auf der LP auch wirklich spannend ist für User und insbesondere für Blogger & co.

30 | Wolfgang schreibt am 12.12.09 15:52:

Also ich kenne bei xing mindestens eine Quelle, die solche Behauptungen zeitweise ausstößt. Allerdings sprechen meine eigene Nutzererfahrungen dagegen. Ich unterschiede bei einer Suche ganz klar, ob ich etwas kaufen will oder ob ich eine technische Information will. Wenn es ums kaufen geht, dann klicke ich fast immer über die Werbeeinblendungen ein, denn hier bin ich - so meine Hoffnung - schneller bei Angaben über Lieferumfang und Preis. Und in den organischen Suchen bin ich dann schneller bei den Informationen, die ich suche.

Ich seh das wie Peter: Durch Adwords klicken eben zwangsläufig mehr Menschen auf die LP, die davon ihren Freunden erzählen, sie verlinken und auf SBM-Plattformen speichern. Resultat: Die Seite steigt in den organischen Suchergebnissen. Ich habe noch keinen Cent in Adwords investiert und stehe trotzdem mit vergleichsweise teuren Keywords ( xxx kaufen) auf dem ersten Platz.

32 | Tom schreibt am 17.12.09 16:23:

Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser...

Leider gibt es bei Google keine Kontrolle. Deshalb vertraue ich ihnen auch nicht ;-)

@Tom: Das hört sich nach einem schweren Leben an. Kreditkartenunternehmen, Postbankmitarbeiter, Mobilfunkanbieter, Payback-Card-Anbieter, Adresshändler, Auskunfteien etc. Wenn man die alle persönlich kontrollieren will und nur dann jemand vertraut - das stelle ich mir schon aufwendig vor... und sie dann am Ende alle nicht nutzt, weil das Vertrauen fehlt?
Dem Kommentar entnehme ich, dass Du die Googlesuche nicht nutzt, weil es keine Kontrolle der Suchergebnisse gibt? Denn darum ging es ja hier - "Manipulation der Suchergebnisse". Was dann? Bing? Yahoo? Wie wird dort kontrolliert? Wie kontrollierst Du Deine Provider, ob der Dich nicht kontrolliert und alles protokolliert? Sag jetzt nicht, dass Du dem auch nicht vertraust - und das Internet aber "trotzdem" nutzt...?

Naja, das bringt das Problem der Pre-Internetgeneration zwar auf den Punkt ;-) und bestätigt mich in meinem Kontrollbedarf ;-)

Tom schrieb ja nur, das er Google nicht vertraut.

Wahrscheinlich ist es pragmatischer, zu sagen, ich vertraue denen allen nicht und nutze sie trotzdem. Ich würde nicht so weit gehen, das wenn jemand aus der Reihe mit "Guten Tag" sagt, nachzusehen, ob es wirklich hell ist, aber reflektieren, was von den einzelnen kommt, sollte man IMHO schon - auch von Google.

@Peter Dreuw:
War mir schon klar. Aber das Topic hier war doch nicht, ob man Google traut, sondern ob die organischen Ergebnisse manipuliert werden. Das ist ja eine ganz andere Baustelle.

In Xing ist die Diskussion hierüber (die ich dort auch angestoßen hatte) auch wieder aufgeflammt. Wenn man sich dort die "Argumentation" ansieht, könnte einem richtig schlecht werden. Gegen grundsätzliche Einstellungen im Land der Dichter und Bedenker ist ja nix zu sagen. Aber es lässt schon tief blicken, wie kurz manche Gedankengänge sind und aus welchen "einfachsten" Einzelbeobachtungen ohne jedes Wissen schnell mal ein "Fakt ist..." gemacht wird. Genau darum geht es ja: Das ist eben nicht wache Kritikfähigkeit, sondern dummes Nachplappern von schlecht recherchierten "Böse"Artikeln, die von Verlegerängsten getriggert werden. Selbstverständlich muss mal all diese Dinge kritisch sehen, egal ob Payback, Postbank-Kontenzugriff; verlorene Kreditkartendaten oder auch das was Google macht. Unbedingt! Dazu gehört, zu jeder (positiv oder negativ)Kritik, das auch mit einigermaßen schlüssigen und/oder nachvollziehbaren Argumenten zu hinterlegen. So wird ein Schuh draus. Vielleicht bin ich aber auch nur zu anspruchsvoll (was die Diskussion in Xing angeht!) ;-)

Wenn ich Google vertraue, brauche ich nicht zu hinterfragen ob die Serps manipulieren. Würden die ja auch nie machen.
Erst durch das Misstrauen hat die Urban Legend ja überhaupt eine Chance.

Was Xing angeht...naja.

BTW. Ich glaube, auch nur aus diesen "Fakt-ist" und pauschalen Äußerungen heraus konnte sich der "Don´t be evil" - Mythos halten.

Man sieht, auch das Imperium nutzt die Macht ;-)

Hallo Mario,zwei Monate später habe ich auch das gleiche Thema auf meinem Blog http://www.121watt.de/blog/1158/google-manipuliert-suchergebnisse/ - Hatte eine Anfrage der IBusiness zu diesem Thema Stellung zu beziehen und habe dann gleich einen ganzen Artikel geschrieben - Aber du bist einfach wie ich jetzt merke schneller mit dem Thema gewesen Liebe Grüße Alexander

38 | Andreas schreibt am 17.05.10 1:22:

Ein sehr schöner Beitrag, Herr Fischer.
Ich denke, es sollte sich jeder eine eigene Meinung bilden und wenn er etwas einzuwenden hat, einfach Klage einreichen ;-)
Vielleicht bekommt man eine millionenschwere Entschädigung oder besser noch Schweigegeld. :-)
Ich glaube Google hat ihren Höhepunkt erreicht und wird in 10 Jahren nicht mehr existieren, weil die User anfangen andere Quellen zu nutzen und weniger bei Vater Google nach Antworten zu suchen.
Gruß Andreas

39 | Peter schreibt am 17.05.10 9:17:

Hallo,
ich glaube nicht das Google den Zenit bereits erreicht hat. Ausserdem unterstelle ich, das es für eine "Abstimmung mit den Füßen" etwas spät ist, denn zu welcher Suchmaschine sollten denn die User wechseln? Bing? Yahoo? Liefern beide gute Ergebnisse, aber sind genauso von Großkonzernen gelenkt - v.a. Bing.
Apropos Bing: Das eine staatliche Regulierung nicht greifen wird, hat man schon am Beispiel Microsoft und Windows XP mit dem IE gesehen. Wer also soll es richten? Staat und User scheinen da ein Problem zu haben. Google über den Zenit zu bringen, kann im Prinzip (nur noch) das Management durch Fehlentscheidungen.
Grüße

40 | Andreas schreibt am 17.05.10 12:02:

Peter, ich habe mehr an soziale Plattformen gedacht, like Xing, oder besser noch Facebook. Meiner Meinung nach wird Facebook, nachdem sie sich aufs große Geld verdienen umgestellt hat, das große Rennen machen wird. Alleine das Faktum zu erkennen, dass der Like-Button innerhalb weiniger Wochen mehr als 100 Tausend Webmaster überzeugt hat. Ich glaube diese Suchmaschinen werden demnächst die Pole Position übernehmen.

41 | Michael schreibt am 4.11.10 16:38:

Ein interessanter Beitrag... Es wird ja immer sehr viel bzgl. Google geschrieben, aber ich glaube, dass (wie Andreas schon geschrieben hat) mit Facebook eine Plattform entstanden ist, die Google auf Augenhöhe begegnet und auf kurz oder lang die Hauptanlaufstelle sein wird, was bezahlte Werbung angeht. In Punkto Suchmaschine wird Google auch die nächsten Jahre oder sogar Jahrzente den Mark dominieren.

Google ist so ein mächtiger Konzern, die haben's gar nicht nötig die Suchergebnisse zu manipulieren. Die können ja reichlich mit Werbung verdienen. Außerdem könnte sowas eh niemand aufdecken.

43 | wallee schreibt am 19.07.11 20:17:

Auf jeden Fall sind die Ergebnisse manipuliert, habe selbst solche Erfahrungen gemacht, Seiten mit wenigen Links die viel Umsatz bei Adwords werden bevorzugt. So wie bei der Politik, wer im Aufsichtsrat sitzt verhilft halt den Firmen besser da zu stehen, vergünstigungen u.s.w.. Energiekonzerne mit Atomstrom, da zahlt der Steuerzahler ja auch die Zeche oder Benzinpreise, da verdient der Staat auch mit, warum soll er was unternehmen, da beißt sich doch die Katze in den eigenen Schwanz.
Die Dummen sind halt, die keine Macht und kein Geld haben, war schon immer so und wird auch so bleiben.

Naja, eindeutige Beweise liegen doch garnicht vor, oder? Deshalb sollte man sich mit mutmaßenden Spekulationen bei diesem heiklen Thema zurückhalten. Ich zumindest kann aus eigener Erfahrung sagen, dass ich lediglich deshalb, weil ich Adwords Kunde bin, nicht besser behandelt wurde in den Suchergebnissen! Warum auch? Google würde wegen "etwas" Geld ein viel zu hohes Risiko für einen möglichen Imageschaden in Kauf nehmen - ziemlich unwahrscheinlich.

Peter, ich habe mehr an soziale Plattformen gedacht, like Xing, oder besser noch Facebook. Meiner Meinung nach wird Facebook, nachdem sie sich aufs große Geld verdienen umgestellt hat, das große Rennen machen wird. Alleine das Faktum zu erkennen, dass der Like-Button innerhalb weiniger Wochen mehr als 100 Tausend Webmaster überzeugt hat. Ich glaube diese Suchmaschinen werden demnächst die Pole Position übernehmen.

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