Website Boosting 2.0 - Weblog

Der Weblog für das Buch Website-Boosting 2.0 von Mario Fischer

Affiliate Betrug mit Cookie-Spreading

Meist sind Affiliates den Werbetreibenden (Merchants) webtechnisch haushoch voraus. Das verleitet Einige wohl dazu, die legalen Pfade des Geldverdienens zu verlassen. Eine der betrügerischen Machenschaften ist das sog. "Cookie Spreading". Ich weiß, dass ich mir mit diesem Beitrag sicher Ärger einhandeln werde, aber das muss jetzt einfach mal erkärt werden...

Aufgeschreckt durch ungewollte Entdeckungen durch Analysen und einige intime Gespräche in den letzten Tagen, möchte ich deswegen eine erweiterte Diskussion zum Thema Cookie-Spreading anstoßen. Hier laufen mittlerweile teilweise recht offen dicke Betrügereien, die eine ganze Branche in Misskredit bringen.

Zunächst eine kurze technische Erklärung: Klickt ein Besucher auf einer Seite eines Affilitates z. B. auf einen Link oder ein Banner, wird dem Besucher in seinem Browser ein Cookie gesetzt, das in der Regel 30 Tage gültig ist. Kauft der Besucher anschließend beim Werbetreibenden etwas ein, wird das Cookie beim Kaufabschluss erkannt, ausgelesen und dem Affiliate ein vorher festgelegter Prozentsatz vom Umsatzes (also des Warenkorbwertes) gut geschrieben.

Beispiel: Der Besucher hat für 100 € beim Shop A eingekauft. Beim Abschluss des Warenkorbes wurde über das Cookie erkannt, dass der "Vermittler" dieses Besuchers Affiliate B war. Dieser bekommt dann z. B. 7%, also 7.- € für diese (erfolgreiche) Vermittlung gut geschrieben. Das mag auf den ersten Blick viel Geld sein, aber man muss im Hinterkopf behalten, dass natürlich nicht jeder Besucher etwas kauft. Für alle Vermittlungen, die keine Umsätze generieren, bekommt der Affiliate gar nichts.

Was passiert nun beim Cookie-Spreading?
Mittels diverser Methoden wird einem Besucher nun einfach ohne echte Vermittlungsleistung ein Cookie auf den Computer geladen. Am einfachsten geht das z. B. mit einem Gewinnspiel. Es werden nette Preise ausgelobt und über die einschlägigen Kanäle bekannt gemacht. Nun genügt es, wenn man diese Seite einfach nur aufruft - eine Teilnahme an dem Gewinnspiel ist gar nicht nötig. Denn über technische Tricks (z. B. einen unsichtbareren iFrame, der im SRC-Attribut einfach die Shopseite eines Händlers aufruft) wird direkt ein oder mehrere Cookies mit der Kennzeichnung des Affiliates gespeichert.

Geht nun ein mit solchen Cookies aufgeladener Browser zum Einkaufen zu einem der großen Shops, bekommt der "Affiliate" seine Provision. Und eben ohne -und hier liegt der Unterschied- dass er eine echte Vermittlungsleistung erbracht hätte. Im Gegenteil, hat er seine Cookies einfach nur breit gestreut (daher Cookie Spreading). Wird das für die großen, bekannten Markenshops gemacht, ist die Wahrscheinlichkeit gar nicht so klein, dass jemand dort "sowieso" innerhalb der nächsten 30 Tage (je nach Gültigkeitsdauer des Cookies) einkauft.

Das Prinzip also noch mal auf den Punkt gebracht: Man streut über technische Tricks möglichst viele und breit Cookies mit der eigenen Affiliate-ID. Kaufen die so aufgeladenen Surfer dann in einem der großen Shops ein, fällt für den Affiliate jedes Mal eine Provision an - denn scheinbar hat ja er den Besucher vermittelt.

Gewissenlose Cookie-Spreader verdienen mit dieser Masche nicht selten Provisionen im hohen fünfstelligen Euro-Bereich. Pro Monat. Dieser Hinweis nur, damit niemand meint, wir sprechen hier über zwofuffzisch.

Warum wird so wenig dagegen getan?

Hmmm... wer hätte ein hartes Interesse daran? Bis auf den provisionszahlenden Shop am Ende der Kette verdienen alle Beteiligten prozentual an den Umsätzen. Das ist auch gut so - solange diese ehrlich erzielt wurden. Ich könnte mir vorstellen (Achtung, eine Vermutung), dass es unter Umständen einen spürbaren, wirtschaftlichen Schaden erzeugen würde, wenn man alle betrügerischen Affiliates aussortieren könnte. Könnte! Denn Kenner der Szene wisssen, dass es gar nicht so einfach ist, die Machenschaften der Spreader zu durchschauen und dann auch nachzuweisen. Da gibt es z. B. Webseiten, die nur dann ein Cookie setzen, wenn jemand über eine genau vorab definierte Webseite dort hin kommt (Referrer gesteuertes Spreading). Ruft man die Seite normal mit den Browser direkt auf, ist sie ganz brav und macht überhaupt nichts Böses. Der verräterische iFrame steht gar nicht im Quelltext, weil der Server ihn nur unter bestimmten definiertern Bedingungen ausliefert...

Man darf auch nicht aus dem Auge verlieren, dass z. B. die besonders lukrativen Marken-Betrügereien (mittels Tippfehlern ect.) erst dadurch möglich werden, weil die Unternehmen ihre Marken nicht oder nicht richtig überwachen. Wer hier Lücken lässt, macht unehrlichen Affiliates das Bett und deckt sie anschließend auch noch mit dicken Provisionszahlungen zu. Hier wären die Shopbetreiber aufgerufen, sich -was das Web angeht- Wissen und Know How des Jahres 2009 anzueignen und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Das Schlimmste: Oftmals versprüren die Online-Verantwortlichen im Unternehmen selbst noch nicht mal große Lust, böse Affiliates raus zu werfen! Sie bringen viel Umsatz bzw. "Sales". Fehlen die, gehen die Zahlen runter. Das rote Telefon aus dem Krawattensilo schellt und man muss sich in zahlengeriebenen Unternehmen schnell rechtfertigen. Erklär das mal Deinem Chef... Watt? Kukieschbredding? Notgedrungen kauft man sich teuer Umsatz ein. Noch besser, wenn er an anderen Stellen (Marketing?) anfällt. Ein Schelm, wer Schlechtes denkt.

Nun soll bitte nicht der Eindruck entstehen, alle Affiliates oder deren Netzwerke wären Betrüger - das Gegenteil ist der Fall. Die meisten sind tatsächlich ehrlich - die einzige Strategie, die auch langfristig trägt. Derzeit wird es den Affiliates allerdings oft allzu leicht gemacht. Wer erwischt wird, bekommt einfach das noch offene Guthaben nicht mehr ausbezahlt und das war´s. Wenn sich an diesen Stellen etwas bewegen würde - das würde der ganzen Branche gut tun.

Oder was meinen Sie dazu?


Einen ausführlicheren Artikel von mir mit ausführlicheren Hintergrundinfos finden Sie hier bei

Google-Knol: Affiliate-Betrug

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Geschrieben von am 03.04.2009
Kategorie: Online Marketing



Kommentare & Anmerkungen

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Kommentare

Klartext. Prima. Bin gespannt, ob sich in der Sache - die ja schon lange köchelt - irgendwann einmal etwas tut. Würde den ehrlichen Affiliates, die ihre Seiten mit teurem und zeitaufwendigen Content zum Nutzen der Besucher füllen, wirklich weiterhelfen.

2 | markus schreibt am 3.04.09 22:28:

Hallo Mario,

finde es gut, dass auch mal Leute mit viel Gewicht in der Branche solch einen kritischen Beitrag schreiben. Bin sehr auf die Resonanz gespannt!

Gruß Markus

3 | Tears schreibt am 4.04.09 13:49:

Die Technik war mir zwar schon bekannt (natürlich nicht, weil ich sie selbst nutze) aber die Frage die ich mir beim Lesen gestellt habe: Werden jetzt nicht die braven Seitenbetreiber ihr "Jaja, böse Cookie-Spreader" von sich geben und weiter passiert nichts, während unzählige Blogger die dicke Kohle wittern und mit dieser Betrügerei anfangen?

Klar, ein aufklärender Beitrag ist sicher gut und im Grunde liegt es an den Shopbetreibern etwas gegen diese Betrügereien zu unternehmen (Frame-Blocker wären da ein Anfang) und denen dürfte die Problematik bekannt und scheinbar egal sein.

@Tears:
Wer das als Seitenbetreiber lapidar mit einem Schulterzucken abtut, dem kann sicher keiner mehr helfen.
Meine Erfahrung ist, dass die meisten Seitenbetreiber einfach noch nicht richtig verstanden haben, was da technisch abgeht bzw. wie das zumindest ungefähr gemacht wird.

Daher hab ich diesmal auch einen ganzen Artikel in Google Knol (Link oben am Ende des Blogbeitrags) geschrieben. Der bleibt unabhängig von dem Beitrag hier stabil stehen. Die Blogbeiträge wandern ja im Lauf der Zeit nach unten und die meisten Besucher lesen ja nur ein oder zwei aktuelle Beiträge. Vielleicht wird der Knol-Artikel ja auch irgendwann in Google gut auftauchen - also einfach mal mit "Affiliate Betrug" oder so verlinken ;-) DANN haben interessierte Seitenbetreiber auch die Möglichkeit, sich aufzuschlauen, wenn sie nach dem Thema suchen!

5 | ao schreibt am 4.04.09 23:57:

Mich verwundert es ehrlich gesagt ein wenig, dass dieses Thema jetzt erst aufs Tableau kommt. Die Möglichkeiten zu einem solchen Betrug bestehen ja, seitdem es Affiliates gibt.

Die einzig halbwegs brauchbare Lösung des Problems liegt in Kompetenz und Kontrolle. In unserer Firma, in deren Entwicklungsabteilung ich arbeite, betreiben wir ein eigenes Adserversystem, an das auch ein Affiliate-Management angebunden ist, welches einige namhafte Kunden einsetzen. Dadurch, dass unsere Media-Abteilung die Reportings erstellt, prüft und an den Kunden weitergibt, fallen solche Kandidaten relativ schnell auf; ich habe sie meistens als Fehlervermutung im Bugtracker: "Schau da mal nach, das kann nicht stimmen."
Da kommen schon einmal solche "Scherzkekse" ans Tageslicht, die (auf Placements mit CPC-Vergütung) Clicktags als Image einbinden. Mit etwas Aufmerksamkeit und entsprechend kompetenten Leuten kommt man solchen Machenschaften verhältnismäßig sicher auf die Schliche. Auch Referer-gesteuertes Spreading kann bei entsprechendem Verdacht verhältnismäßig schnell aufgedeckt werden, denn der Einsatz im großen Stil kann sich ja nur lohnen, wenn dieser auf halbwegs populären Klickstrecken erfolgt. Dabei hilft unter anderem auch ein Browser-Plugin, das meinen Kollegen anzeigt, wo und wie einer unserer Tags eingebunden wurde.

Der Shopbetreiber, der alles auf eigene Faust ohne externe Agentur (respektive entschprechend kompetente Mitarbeiter) abwickelt, steht natürlich dumm da. Aber mal ehrlich: Bei Affiliate-Ausschüttungen im fünfstelligen Bereich ist man da ein ganzes Stückweit selbst schuld, wenn man diesen Bereich vernachlässigt und deswegen auf Betrüger hereinfällt.

6 | David schreibt am 5.04.09 12:49:

Das Problem der ganzen Sache ist, dass der Merchant ja nicht wirklich einen Schaden hat, denn er freut sich sowieso über die Verkäufe. Ist halt ungerecht für ehrliche Affiliates. Ich denke die Netzwerke sind hier in der Pflicht sowas zu überwachen und für ein wenig Gerechtigkeit zu sorgen.

@David:
Nein, das Problem liegt darin, dass viele eben genau dies nicht verstanden haben! NATÜRLICH entsteht dem Merchant ein Schaden. Er hat den Verkauf ja nicht vermittelt bekommen, sondern zahlt bei einem Verkauf, der SOWIESO stattfindet (der Kunde kommt von alleine!) durch das gespreadete Cookie eine Provision aus. Völlig zu Unrecht.

Hier liegt auch der Betrug vergraben: Der Affiliate gauckelt dem Merchant vor, er hätte eine Vermittlungsleistung erbracht. Dies ist aber nicht der Fall. Man kann es drehen und wenden wie man will - aber der Geschädigte ist der Merchant.

Am besten noch mal

http://knol.google.com/k/mario-fischer/affiliate-betrug-cookie-spreading

durchlesen. Da steht es etwas ausführlicher!

8 | Sascha schreibt am 6.04.09 12:27:

ja, endlich mal Klartext. Danke für den Beitrag. Nur weil es im Internet passiert und nicht wie bei den klassischen Betrügerein an der Haustür, wo beispielseweise arglosen Menschen hereingelegt werden, sondern wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen abgezockt werden oder andere ehrliche Affiliates um ihen Umsatz gebracht werden, glauben die Cookie-Spreader das wäre alles "ok" und "legitim"! Trotzdem sind sie Betrüger, denn es gibt einen offensichtlichen Schaden, der sich zu Unrecht erschlichen wurde.

9 | Peter schreibt am 7.04.09 2:53:

der dumme ist hier wiedermal der "brave" affiliate, der sich an alle regeln hält. der wird vom cookiewerfer überschrieben und ist letztendlich der, dem die provi zustehen würde. bekommen tut sie aber der cookiewerfer.

shopbetrieber machen nichts dagegen, weil denen doch egal ist an wen sie jetzt die provision auszahlen. cookiewerfer oder affiliate? bezahlen müssen sie sie eh. die haben wichtigeres zu tun, als solche "streitereien" zu schlichten.

netzwerke unterstützen cookiewerfer, weil sie bei denen mitverdienen.

und wer ist der dumme? natürlich der faire affiliate. wie so oft im leben

10 | Philipp schreibt am 14.04.09 13:42:

Affiliate id in einer Session auf dem Shopserver speichern und die Session id im Cookie des Besuchers speichern.

Die Session id kann dann nur der Shopbetreiber zuordnen.

11 | Arne schreibt am 21.04.09 22:03:

Die Lage ist wirklich nicht immer schön so.
Nur wie hier ja schon gesagt wird, es ist oftmals schwer nachzuweisen.
Richtig schlimm wird das ganze, wenn die Netzwerke es dann nicht mal gebacken bekommen, die Cookies richtig zuzuordnen, bzw. ein last Cookie drop nicht mal mehr zählt. So wird teilweise selbst die Provision, die mir zustehen würde, einem Spreader zugewiesen, obwohl der Kunde über meinen Deeplink kommt.
Diese Manko, was zurzeit einige Netzwerke, aber eben auch die Privates aufweisen, stellt,imo, im Zusammenspiel mit dem Spreading erst das richtig große Problem dar.
Denn dem ehrliche Affiliate wird so eigentlich erst richtig gezeigt, dass er die *arschkarte für seine Erhlichkeit gleich doppelt bekommt.

12 | Dirk schreibt am 23.04.09 13:22:

Die PP Betreiber bekommen davon oft nichts mit, aber bei manchen Netzwerken(PP), wird darauf geachtet, wen man erwicht wird, fliegt man sofort raus, auch richtig so.

Sehr interessanter Artikel. Von dieser Vorgehensweise habe ich heut zum ersten Mal gehört. Mag jeder davon halten was er will, aber ich kann mir auch vorstellen das große Unternehmen dieses vielleicht wohlwollend tolerieren ( wegen der Umsätze ).Herrkömmliche Werbung würde doch viel teurer werden....

@Holger Hans:
Das ist ja der springende Punkt. Sie machen tatsächlich ja keine zusätzlichen Umsätze!!!!
Sie rechnen nur fälschlicherweise den sowieso getätigten Umsätzen dem betrügerischen Affiliate zu.

Hier liegt doch das ganze Problem vergraben! Die Unternehmen merken nicht, dass sie betrogen werden. Scheinbar ist es gar nicht so leicht, ihnen das zu erkären. Immer und immer wieder liest und hört man (auch hier oben schon mehrmals), dass es doch ok wäre, weil doch Umsatz reinkommt. Leute, der Umsatz kommt sowieso! Er wird nur falsch zugerechnet und daher meinen die Unternehmen nur, dass ihnen einige Affiliates Traumumsätze bescheren. Das Gegenteil ist der Fall. Sie machen ihnen jeden Monat einen Traumverlust...

@Dirk:
Klar ist das richtig. Nach meinen Informationen lachen da aber viele nur drüber. Sie melden sich einfach erneut wieder an. Schätze mal, dass schon einige hundert 80-Jährige Ommas verdeckt für ihre Enkel als Aff. registriert und tätig sind ;-)
Einen wirksamen Schutz gibt es nur dann, wenn das System das verhindert. Das wiederum geht nur maschinell. Fragt man sich, warum so was nicht gemacht wird.

Könnte sein, dass man mal mit Stichproben geprüft und hochgerechnet hat, wie viel eine Maschine verhindern würde. Man darf nicht vergessen, dass die Netzwerke von den Klickumsätzen leben. Und ich könnte es verstehen, wenn sie keine gesteigerte Lust haben, sich selber die Provision zu entziehen. Wie gesagt, "verstehen". Richtig ist es deswegen nicht....

16 | Matthias schreibt am 20.05.09 11:43:

Mal von der anderen Seite betrachtet, was ist mit den ganzen Stornos der Merchants? Da wird weder von Netzwerk Seite was getan, noch hat der Affiliate Einsicht in diese Stornos. Ich habe Programme beworben die weit über 50% Stornos hatten und das lag nicht daran das dies eine "hohe Storno Nische" war. Wenn ich also 50% storniert bekomme (ich weiss nicht ob es rechtens ist oder nicht, aber über Monate auffällig hohe Stornorate), dann hohle ich mir die 50% über Cookie Spreading zurück.

17 | Sascha schreibt am 4.06.09 19:54:

Alt bekannte Methode, die sich auch einige Layer Anbieter zur nutze machen. Vereinzelnd findet man Firmen die dieses Konzept durchschaut haben. So wird zum Beispiel bei Amazon nur ein Cookie von 24 Stunden gesetzt, was aber bei solch einer Marktbeherrschend wie Amazon, auch schon oft ausreicht um einige Sales abzugreifen.

18 | Tim schreibt am 20.07.09 11:17:

Als Affiliate Netzwerk versucht man natürlich gegen diese Methoden vorzugehen, da diese einfach ein schlechtes Licht auf das Netzwerk werfen.
Allerdings ist es leider, wie man auch dem Text entnehmen kann, nicht immer möglich diese Methoden aufzudecken.

@Tim: Naja, als Netzwerk kann man schon eine Menge aus technischer Sicht dagegen tun. Einige Netzwerke machen da auch schon was - allerdings kann man von außen nur schwer entscheiden, wie ernsthaft diese Bemühungen sind. Wir dürfen ja nicht vergessen, dass jeder gekickte Affiliate einen Umsatzrückgang beim Netzwerk macht. Und meist sind es die "großen" Affiliates, die es da erwischen würde! Die Entscheidung ist nicht einfach, sich selber den Umsatz abzudrosseln...

20 | Smileys schreibt am 21.07.09 7:41:

Bin nun schon seit einigen jahren im Netz aktiv, aber solche "Machenschaften" waren mir neu. Wir im Artikel schon erwähnt machen sich fleißige Affiliates (dazu zähle ich mich mal) die Mühe, Seiten mit massenhaft Content auf zu setzen, welche in Mühevoller Recherche zusammen getragen wurden.
Ich würde mir wünschen, dass es hierfür eine faire Lösung gibt, welche nicht gleich dazu führt, dass alle abgestraft werden bzw. ann büßen müssen. das ist nämlich meine Befürchtung!

Ich schließe mich auch der Meinung an, dass sich langfristig NUR Qualität durchsetzt! Darauf setze ich mit voller Kraft.

Ich bedanke mich für den Artikel.
Viele Grüße aus München
Oliver

21 | Smileys schreibt am 21.07.09 7:44:

Entschuldige den doppel-Kommentar! Leider gibt es keine Editier-Funktion. Der Beitrag kann natürlich gerne zusammengelegt werden.

Ich wollte noch hinzufügen, das ich über die Suche nach deinem Buch, welches mir empfohlen wurde auf diesen Artikel gestossen bin. ist nicht ganz billig ..werde es mir am 01.08.09 (ja, leider) dennoch kaufen, in der Hoffnung noch einiges dazu lernen zu können.

Viele Grüße
Oliver

Ich lösche mindestens 1X am Tag meine Cookies, sofern ich überhaupt welche zugelassen habe...

wenn das mehr Menschen tun würden, dürfte sich das Problem auf jeden Fall mal verkleinern.

@Mario Ohibsky: Das ist allerdings auch nicht unbedingt im Sinne des Erfinders. Ein Affiliate, der eine echte Vermittlungsleistung erbracht hat: Warum soll der denn bitte schön keine Provision bekommen? Mit dem regelmäßigen Löschen von Cookies bringt man eben auch ehrliche Menschen um ihr Geld, das ihnen eigentlich zusteht!

Da hast Du natürlich völlig recht, ich lösche die Cookies, Verläufe usw aus anderen Gründen täglich.

...so ist das mit den bösen Buben. Das haben viele schon versucht - langfristig funktioniert das aber nicht. Irgendwann fliegt so ein Betrug auf.

26 | Tanja schreibt am 7.08.09 8:09:

Finde ich schon heftig, wie im Web hier teilweise betrogen wird. Ich hab mich auch schon an Affiliate rangewagt, allerdings ist das Geld was da kommt eher zu vernachlässigen. Das muss man sicher viel professioneller betreiben. Dann ist allerdings anscheinend der Schritt zu unerlaubten Dingen nicht mehr so weit.
cookie spamming hat sicher recht: Irgendwann fliegt das aber auf, und dann ist der Sturz meist tief.

Wenn ich das richtig verstanden habe, werden die Merchant-Seiten über den Affiliate-Link innerhalb eines iFrames aufgerufen. Es kann doch für die Netzwerke nicht so schwer sein zu identifizieren, ob es zu einem Klick des Users auf ein Werbemittel kam oder ob die Seite automatisch (innerhalb des iFrames) geladen wurde?!

28 | Phil schreibt am 26.08.09 14:15:

Es ist mir bis heute noch ein Rätsel wie manche damit durch kommen. Ich versuche zum Teil auf Projekten die 1% Rate zu erreichen, wo manche wohl einige Prozente mehr schaffen als ich. Eigentlich schade. Irgendwann wird das ganze auch auffällig und die Netzwerke werden was dagegen unternehmen, bin ich mir sicher :)

@Mathias Brühl:
Leider doch. Denn perfiderweise wird hier oft auch noch eine weitere Technik eingesetzt: Der IFrame wird nur erstellt, wenn der Besucher über definierte URLs zu der Seite kommt. Ruft man die Seite also "einfach so" auf, ist da gar kein IFrame drin. Der Traffic wird über eine andere Seite geleitet und nur wer von da kommt, bekommt auch einen IFrame...

Sonst wäre es wirklich einfach zu entdecken ;-)

30 | P. Dreuw schreibt am 31.08.09 16:18:

Hallo,

danke für den lehrreichen Artikel und den Hinweis auf die Google Knol! Dieses System kannte ich noch nicht und als Shopbetreiber ohne "Krawattensilo" (kannte ich auch nicht, bei uns sagt man "Faulturm") hat man normalerweise nichts zu verschenken.

Leider werden sich nach dem Artikel wahrscheinlich noch sackweise andere aufmachen, das System umzusetzen. Aber wahrscheinlich ist erst der massive Anstieg dazu geeignet, das die Merchants Druck auf die Netze ausüben, das zu stoppen.

TAFN
Peter

31 | Johann schreibt am 13.09.09 16:59:

Hatte dieses an sich interessante Thema: "Cookie Spreading" schon mal auf einer anderen Webseite gelesen aber nicht verstanden, dies ist hier ganz anders..

Ist halt einfach ungerecht für ehrliche Affiliates

32 | Peter schreibt am 15.09.09 13:37:

Hallo Mario,

ich bin dabei, dein Buch in der zweiten Auflage auch durch zu arbeiten - erstmal danke für die Ergänzungen. Cookie Spreading dürfte auf Dauer der Tod der Affilate-Networks werden, wenn sie sich nicht dagegen zur Wehr setzen. Auf den ersten Blick sieht es zwar gut aus, dass es sehr erfolgreiche Affliates gibt und das Network auch mitverdient. Aber die übergangenen Affilates, die nicht solche Methoden nutzen, werden wohl nicht allzu viel Spaß am Network haben und ein Network ohne Mitglieder findet dann wieder weniger Auftraggeber. Ich denke, das das von den Networks aus stärker verfolgt werden muss und auf dauer auch wird.

LG

33 | Juergen schreibt am 28.09.09 7:07:

Hallo,

sehr gute Darstellung der Problematik des "Cookie-Spreading". Hoffentlich verstehen dies auch die Merchants , so daß sie mal entsprechend reagieren.

34 | Kai schreibt am 29.10.09 13:26:

@Juergen

Jepp, die Darstellung sollte wohl jeder verstehen. Überhaupt hat das Blog hier ausnahmslos hervorragende Artikel, ganz im Sinne des Buches - sollte man gelesen haben!

Was mich hier im Blog aber auch postiv wundert, im Gegensatz zu den meisten SEO zentrierten Blogs ist die Qualität der Kommentare hier auch eine Klasse für sich. (Ich hoffe jetzt mal, die durch meinen nicht zu sehr runterzuziehen.)

@Mario Fischer
Danke für Buch und Blog - habe beide Buchausgaben und bin begeistert.

@Kai: Vielen Dank für die "Blog"Blumen. Freut mich sehr. Hab den Kommentar gerade eben beim durchsehen zufällig gesehen. Die Meldemail ging damals wohl unter.

Übrigens gibt es jetzt auch ein Magazin "Website Boosting" ;-) Schon mitbekommen?

36 | Sowieso schreibt am 3.08.10 22:00:

Das keine Leistung erbracht wird bei Cookie Spreading/Stuffing ist nicht immer richtig.

Dazu ein fiktives Beispiel: Ich binde Werbung eines Merchant bei mir auf der Seite ein. So mache ich zunächst kostenlos Werbung für den Merchant. Der Name des Merchant brennt sich in die Köpfe meiner Besucher ein, ohne dass der Merchant mir nur einen Cent dafür bezahlt hat. Später erinnern sich die Besucher vielleicht an den Merchant und suchen ihn über Google und bestellen etwas. Wieder bekomme ich keinen Cent, obwohl ja schon eine geistige/werbepsychische Vermittlungsleistung zum Merchant vorhanden ist. Ungerecht!

Daher entscheide ich mich zusätzlich Cookie Stuffing neben den schon eingesetzten Banner des Merchant einzusetzen.
Betrug!

Nur hier gibt es eigentlich keinen Unterschied mehr zwischen Post View und Cookie Stuffing, ausser dass der Merchant das eigentlich nicht will. Aber gerechter wäre es schon…

37 | Sowieso schreibt am 4.08.10 7:39:

Zusätzlich möchte ich noch anmerken, dass besonders bei Shop der Affiliate oftmals Neukunden dem Merchant bringt aber nur einmal bezahlt wird. Kauft der Kunde dann immer wieder beim Merchant ein, verdient der Affiliate in der Regel nichts mehr (ausser wenn es eine Lifetimevergütung gibt, die sind aber rar). Der Merchant verdient sich jedoch eine goldene Nase, weil er den Käufer mit Hilfe des Affiliate gebunden hat.

Sorry aber ich kann es verstehen, wenn man Cookie Spreading/Stuffing einsetzt. Betrug bleibt es natürlich, da der Affiliate damit die AGBs verletzt. Aber die könnte der Merchant ja ändern, gell?!

Naja, man muss ja unterscheiden zwischen einer Vergütung per View und einer Vergütung für eine echte Kaufvermittlung. Ich kann mich als Aff nicht für die Kaufvermittlung mit höhrerer Provision entscheiden, dann Cookies spreaden und mich damit entschuldigen, dass ja ein gewisser Brandingeffekt eingetreten ist... Über eine bewusst ausgeschlossene Methode und damit unrechtmäßig Provisionen zu kassieren, für die man keine echte Vermittlungsleistung erbracht hat - ist und bleibt Betrug. Mir scheint bei einigen ein ziemlich zweifelhaftes Unrechtsbewußtsein vorzuliegen... Wenn man ein Auto klaut ist auch keine Entschuldigug, dass der Besitzer das Geld ja schließlich von der Versicherung zurück bekommt und damit keinen Schaden hat. Manche Argumente klingen mir schon ein wenig danach....

Man betrügt, weil der Merchant ja eventuell einen zweiten und dritten Verkauf hat und man dafür nicht automatisch Lifetime-Vergütung bekommt... Und man betrügt, weil der Besucher schließlich eine Werbeanzeige gesehen hat und damit ein undefinierbarer Effekt aufgetreten sein könnte. Ist alles schon reichlich an den Haaren herbeigezogen und klingt nach Selbstrechtfertigung für etwas, was man eigentlich nicht tun darf. Nur am Rande sei angemerkt, dass bei Cookiespreading ja in der Regel noch nicht mal Banner gezeigt werden, weil die Merchantseiten in 1×1 Pixel iFrames nachgeladen werden und der Besucher sie also gar nicht sieht...

39 | Sowieso schreibt am 4.08.10 17:39:

Wieso muss man das unterscheiden? Im Prinzip geht es doch sowohl bei View als auch Sale, darum am Ende neue Käufer zu gewinnen. Nur das Risiko wird verschoben. Beim Sale zu Lasten des Affiliate, der nichts verdient ohne Sale. Hierbei hat der Merchant keine Werbekosten. Der Vorteil liegt klar beim Merchant. Beim View liegt der Nachteil beim Merchant, da er für Werbung zahlt, auch wenn kein Sale zustande kommt. Man kann es also drehen wie man will, einer der beiden hat immer einen Nachteil. Man müsste mal über ein besseres Win:Win System nachdenken. Wäre wohl ne Marktlücke.

Was heisst hier eigentlich "keine echt Vermittlungsleistung"? Ein Branding IST eine Vermittlungsleistung, auch wenn sie nicht vertraglich zwischen Merchant und Affiliate abgeschlossen wurde.

Das es Betruf ist, steht ja ausser Frage, nur soll auch mal verdeutlicht werden, dass der Affiliate meist im Nachteil ist. Wer kontrolliert eigentlich die Merchants, ob sie nicht unerlaube Stornos setzen oder überhaupt korrekt abrechnen? Jedes Schwert hat zwei scharfe Seiten...

P.S. Besten Dank anbei nochmal für die gelungene Website Boosting Zeitschrift. Ich hoffe sie bleibt weiterhin so qualitativ.

40 | Mike schreibt am 16.10.10 11:58:

eigentlich finde ich das thema ja hier super aufgearbeitet, allerdings muss ich vielen hier recht geben...es ist den ehrlichen affiliates gegenüber einfach unfair!

Vielen Dank für diesen Beitrag, leider habe ich auch schon so einige Ungereimtheiten beim Affiliate Marketing mitbekommen, da ja alles seine zwei Seiten hat,also eine Positive und eine Negative, musste ich mir mehr Gedanken über die Herstellung eines eigenes Produkt machen.

Ist mit höchster Wahrscheinlichkeit der Königsweg um im Internet erfolgreich Geld zu verdienen.

Ich bin froh, echte Profis gefunden zu haben die meine Vorstellungen technisch umsetzen,denn nicht jeder ist dazu in der Lage. Aber !
" Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg"

In diesem Sinne vielleicht auch mal darüber nachdenken??
Und wer das nötige Kleingeld dazu nicht hat, denn es kostet richtig viel Geld, sollte eine Partnerschaft mit anderen erwägen.

übrigens, ich bin an einer Partnerschaft immer interessiert, dazu darf man mich gern kontaktieren.

Bis bald
Jacqueline Bork

42 | Franki schreibt am 30.11.10 12:40:

Fairness ist ein Wort, dass ich hier mehrmals gelesen habe. Nette Theorie, aber in der Realität gehts doch eher um die Wurst auf dem Brot. Ich selber kann manche Leute schon fast verstehen, die Ersten sind Betrüger und am Ende handeln viele aus einer Art "Notwehr" ähnlich. Schade...

43 | Essay schreibt am 9.12.10 16:14:

Ich bin hier neu, aber trotzdem liebe ich schon diese Website. Sehr informativ. Sehr sehr hilfreich! Danke!

Einfach unglaublich. Leider ist es so, dass überall, wo Geld im Spiel ist, auch betrogen wird. Deckt man diese Machenschaften auf, wird sich etwas anderes überlegt, um Geld einzugaunern. Dieser Artikel hat mir sehr gut gefallen. Danke für die Infos.

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