Website Boosting 2.0 - Weblog

Der Weblog für das Buch Website-Boosting 2.0 von Mario Fischer

Seitenbacher - Rapa Nui?

Rapa Nui. So nannten die Bewohner der Osterinsel ihre Insel. Übersetzt etwa "der Nabel der Welt". Etwas ähnliches muss wohl auch in den Köpfen der Menschen bei Seitenbacher vorgehen. Anders ist es nicht erklärbar, was die in ihrer Werbung und auf den Webseiten treiben...

Letzte Woche. Im Radio - Bayerischer Rundfunk. Kurz vor den Nachrichten erschallt es plötzlich aus den Lautsprechern in etwa so: "Seitenbacher! Seitenbacher hat jetzt einen neue Webseite. Schauen Sie doch mal rein. Unter Seitenbacher. de. Seitenbacher.".

Aha. Also eine neue Website. Gut zu wissen. Aber wer um alles in der Welt ist Seitenbacher? Und was machen die? Und: Schreibt sich das Saitenbacher oder Seitenbacher? Warum soll ich mir die "neue" Webseite überhaupt ansehen? Und: Was kostet so ein Radiospot?

Fragen über Fragen. Die lösen sich aber, wenn man sich den neuen, mit Frontpage 6.0 erstellten Webauftritt ansieht:

Dort sieht man nämlich erst mal auch nicht, worum es überhaupt geht. Was man aber sieht, ist ein Webauftritt der vorletzten Generation. Texte wurden als Grafiken hinterlegt und irgendwie wirkt das Ganze wie das Facharbeitsprojekt des Sohnes eines Bekannten eines Bekannten, der jemand kennt der wo...

"Online-Shops" hat Seitenbacher auch. Dort erfährt der geneigte Besucher zunächst:

"Dieser Online-Shop entspricht den momentan üblichen Shops. Dabei werden Sie mit Hilfe verschiedener Kategorien durch unser Sortiment geführt."

Und dann im Shop selber:

"Einen wunder schönen guten Tag.
Sie sind nun in unserer Müsli-Ecke.
Hier finden Sie unser riesiges Müsli-Sortiment.
Alles was Sie sich nur vorstellen können. Egal wie Sie ein Müsli gerne haben würden.
Sie werden es finden. Schauen Sie sich einfach in Ruhe um
."

Seitenbacher hat aber auch echt nützliche Hinweise in der Warenkorb-Ansicht:

"Achtung: Bitte nicht AKTUALISIEREN (im Browser), da sonst alle Ihre Warenkorb-Daten gelöscht werden !"

Na, dann kann ja nix mehr schief gehen. Dann viel Spaß auf der NEUEN WEBSEITE des Nabels der Welt, die wohl ohne die exzessive ;-) Radiowerbung niemand bemerkt hätte. Optisch auf den ersten Blick mit der Reiternavigation hübsch gemacht - und inhaltlich aus meiner Sicht eher auf wenn auch hoch motiviertem Schülerzeitungsniveau. Einzig plausibel erscheinende Erklärung: Wahrscheinlich haben die Werbespots so viel Budget verschlungen, dass man kein Geld mehr hatte, einen vernünftigen Webauftritt zu erstellen. Vielleicht hat auch der eigene Bub...?

Und wer sich die vorherige Version des Webauftritts von Seitenbacher ansehen möchte, findet ihn hier, weil das Web ja zum Glück nix vergisst... Hoppla - JETZT wird klar: Gegenüber dem letzten Auftritt noch Anfang diesen Jahres ist der neue Auftritt ein Quantensprung (die physikalisch gesehen kleinst mögliche Bewegung).

Es ist so, wie man Großvater immer gesagt hat. Jeder ist zu was nütze. Und wenn er nur als schlechtes Beispiel dient.

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Geschrieben von Mario Fischer am 13.10.2008 | Kategorie: Skurriles

Kommentare & Anmerkungen

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Kommentare

1 | Erich schreibt am 13.10.08 1:44:

http://www.seitenbacher.com/

Das gibt es auch noch ;-)

Da ist ja die alte deutschsprachige Version grad noch ein Highlight dagegen.

@markus:
Das hab ich mir fast gedacht... Hab mittlerweile auch ein wenig gegoogled und entdeckt, dass es ja schon richtige Haß-Blogbeiträge über die Radiowerbung gibt. Die Spots sind ja auch wirklich schwer zu ertragen... Heyeyey...

@Erich:
Das stimmt! Die US-Version ist ja schon fast schadensersatzpflichtig. Wundert mich, dass die Amis Seitenbacher da nicht verklagen, wegen Bildschirmbeschädigungen oder Hirnwürmern, die man sich beim Betrachten möglicherweise einfangen kann. Allen, die dem Rauchverbot in den Coffee-Shops in Amsterdam nachtweinen ;-) sei das Aufrufen der .com-Seite empfohlen. Das versetzt einen ebenfalls in Delirium oder ein künstliches Koma, wenn man nur lange genug drauf schaut... Diese Empfehlung meine ich aber wirklich nur im Spaß. Ich will ja nicht, dass jemand am Ende noch Augenkrebs bekommt.

3 | markus schreibt am 13.10.08 2:10:

@Website Boosting: Wenn du nicht genug haben kannst von der Werbung.. einfach mal anrufen und in die Warteschleife hängen lassen... einfach .... g

@markus: Ach ja... Erst schramme ich knapp am Augenkrebs vorbei und jetzt werde ich auch noch in Warteschleifen gelockt, die mir das Trommelfell brüchig machen... ;-)

5 | Loewenherz schreibt am 13.10.08 7:22:

Mein Gott, deren Werbung macht auch mich schon seit Jahren fertig. Okay, den Namen habe ich mir gemerkt, dass hat der Herr erreicht. Aber ich weiß eins: Sollte ich je vor einem Müsli-Regal stehen und eins kaufen wollen (was ich zuweilen tue), dann garantiert kein Seitenbacher. Es könnt ja schwer im Magen liegen....

Uh ah... S[e|a]itenbacher, die sind mir schon lange ein Dorn im Ohr - wer macht solche Radiospots?

Dieses dumpfe Einprügeln mit dem Firmennamen auf die Kunden... also wirklich, was soll das denn werden?

7 | Rööö schreibt am 13.10.08 9:59:

Besonders nett ist auch die Bedienungs-Anleitung im Warenkorb:

BEDIENUNGS-ANLEITUNG: Sie können die Menge ändern in dem Sie die Zahl:
1. anklicken mit der Maus
2. RÜCKTASTE drücken (Die etwas breitere Taste mit dem Pfeil nach links in der oberen Tastenreihe).
3. Menge neu eingeben
4. Das graue Feld NEU BERECHNEN anklicken mit der Maus.

8 | Jürgen schreibt am 13.10.08 12:29:

Ich betrachte Seiten ebenso gerne aus unterschiedlichen Blickwinkelnt wie der Usability-Sicht oder SEO-Sicht und da schneidet diese Webseite schon auf den ersten Blick recht schlecht ab.

Richtig grausam ist, dass alle Grafiken der Startseite eine Gesamtgröße von 888.5 KB (!) aufweisen. Alleine das ganz einfache Logo oben hat 75kb und das Bild in der Mitte sage und schreibe 518kb. Viel Spaß alle User mit Modem oder ISDN.

Alt-Texte generell nicht vorhanden, damit sieht man nicht mal die Navigation wenn Bilder ausgeblendet werden.

Weiters: Tabellenlayout, keine Metatags, kein sinnvoller verwertbarer Text für Suchmaschinen

Schrecklich, aber leider noch immer viel zu oft sind im Internet solche Webseiten vertreten.

Liebe Grüße aus Klagenfurt,

Jürgen

9 | markus schreibt am 13.10.08 12:41:

Aus erster Quelle weiß ich, dass der Herr Seitenbacher selbst seine Radiospots macht. Dies wird bei der Website nicht anders sein.

10 | Horst schreibt am 14.10.08 10:33:

Für ihre Radiowerbung sind sie berühmt. Die üblen Spots haben schon die MyMüsli-Macher auf ihre Geschäftsidee gebracht.

11 | Thomas schreibt am 15.10.08 10:55:

Zucker für umsonst!

Nach dem Lesen ihres nettes Eintrags habe ich mir die Online-Shop-s auch mal etwas näher angeschaut:

Im Shop Nummer 6...gibt es neben tollem Kaffee und Dinkelkeksen auch Zucker!
Leider nur in Kartons und ohne Mengenabgabe...aber für 0.00 € (inkl. MwSt versteht sich) .

Nett ist auch der Hinweis zur Änderung der Mengen beim Hinzufügen in den magischen Warenkorb:

BEDIENUNGS-ANLEITUNG:
Wenn Sie mehr als 1 Stück möchten,
bitte die 1 überschreiben
(mit der breiten Taste LINKSPFEIL löschen,
dann neue Menge eingeben).
Um den Artikel zu bestellen bitte den Text
"Bestellen" mit der Maus anklicken.

Was man nicht alles noch lernen kann!

12 | Philip schreibt am 17.10.08 1:25:

Die Radiospots werden vom Chef selbst entworfen und gesprochen. Das ist sein Hobby. Dass er mit derselben Qualität Webseiten verunstaltet, das habe ich bislang nicht gewusst!

Wie wär's denn mal mit Low-End-Design, das Low-End genug ist, um nah genug am Kunden zu sein? (Kein overstylter 4D-Hype ohne Platz für Identifikationsmöglichkeiten, kein Wusch, Zosch, Päng und Flash-Schnitte im Sekundentakt...)

Wie wär's denn mal mit einer Website, die genauso aussieht wie der Flyer, den Onkel Horst für Biggis Strickladen gestaltet hat? Mit Wört. Weil Onkel Horst sich mit Kommpjudern und so auskennt.

Wie wär's denn mal mit einem Radiospot, der dermaßen schlecht ist, das er hier, sonstwo und sogar auf Wikipedia erwähnt wird?

Wie wär's denn mal, wenn ein hundertzwanzigfrau/mann Unternehmen die Welt so zeigt, wie viele Menschen sie gerne hätten? Heile. Und ohne den ganzen Schnickschnack, den spätestens die Generation 50plus nicht mehr kapiert.

Wie wär's denn mal mit Werbung, die erfolgreicher ist als ca. 5293 % der Werbung, die in hochbezahlten Agenturen ersonnen wird?

Guten Morgen mit Seitenbacher-Müsli!

Hervorragende Idee. Das ist ja das Erfolgsrezept, Webseiten für den Kunden zu machen. Das ist leider bei Seitenbacher nicht der Fall. Die Seiten sind zu billig und zu amateurhaft. Das mit genialer Absicht hinterlegen zu wollen, fände ich etwas daneben. Dazu sind schreien sie wirklich an allen Ecken "Ich hab keine Ahnung von Professionalität". Damit wir uns nicht falsch verstehen: Einfache Webseiten zu machen ist sehr viel schwerer als die Fläsch-Bum-Bäng-Seiten, die die bezopften Web"designer" gegen viel Geld ihren unwissenden Kunden verkaufen.

Aber wenn man sich die Seiten mit einem wachen Auge ansieht, stellt man schnell fest, dass diese Seiten nicht genial einfach nah am Kunden sind. Sie sind einfach nur furchtbar und visualisieren, wie hölzern man mit Marketing umgeht.

Sehr schlechte Werbung machen, damit man in Wikipedia kommt? Klar, eine Idee. Gäbe es da nicht das Phänomen der Reaktanz. Seitenbacher hab ich früher auch immer gekauft. In letzter Zeit aber nicht mehr. Ich höre immer diese schreckliche und aufdringliche Stimme der Radiowerbung im Kopf, wenn ich das Müsli sehe. Zu viele negative Assoziationen, die mittlerweile auf das ansonsten gute Produkt zurück wirken.

Klaus Darboven (Kaffee) hat früher auch immer Fernsehwerbung für seinen Kaffee gemacht. Seither hat diese Marke "Kaffee Hag" als "Loosermarke" ;-) für Kaffee abgelöst. Mittelständische Unternehmer sind einfach keine Werbeprofis. Es wirkt nicht authentisch und so gut sie auch in ihrem angestammten Business sind (da hab ich hohen Respekt!) - ALLES kann man halt nicht können.

>Low-End-Design..
Dagegen ist nichts zu sagen. Bei Seitenbacher ist es eher Bad-End-Design. Ich traue mich auch wetten, dass die beiden "Models" auf der Startseite Bekannte oder gar die Kinder des Unternehmers selber sind. Die Site ist und wirkt billig. Mit "genial einfach" hat sie meiner Ansicht nach nichts zu tun. Kreditkartendaten unverschlüsselt übertragen... Auch sowas zeigt, dass man einfach keine Ahnung vom Web und Sicherheit hat. Die wissen durch den Eigenbetrieb schlicht nicht, welche Ansprüche bestehen. Klar, die Generation 50+ weiß nicht, dass das s hinter http bei der Eingabe sensibler Daten fehlt. Genial kann ich das nicht finden, sie dann einfach über den Tisch zu ziehen. Aber ich bin sicher, bei Seitenbacher hat man solche Probleme noch nicht mal erkannt. Das meint auch sicher keiner böse, wenn er die Daten seiner Kunden über ungesicherte Leitungen durchs Netz schickt. Die wissen das sicher gar nicht.

Allzuuu ernst war es auch nicht gemeint. Dennoch gehe ich davon aus, dass die Werbung durch ihre Auffälligkeit und die erhöhte Bekanntheit des Unternehmens insgesamt einen positiven Effekt hat. Spätestens bei sinkenden Absatzzahlen hätte man sicherlich selbst bei Seitenbacher über eine neue Strategie nachgedacht. Aber klar, da gibt's noch jede Menge Potential, um statt Bad-End echtes Low-End zu produzieren...

Der Meinung bin ich auch. Die nervige Radiowerbung kennen viele Leute. Sie fällt auch auf, weil sie so ungewöhnlich schlecht gemacht ist und irgendwie auch das Zwischenhirn beim Zuhören beleidigt ;-)
Wenn das Absicht wäre, k-ö-n-n-t-e eine gute Strategie dahinter stecken. Wenn man schon mit normaler Werbung keine Aufmerksamkeit bekommt, dann nervt man einfach so lange, bis alle darüber sprechen. Ich befürchte aber (und das haben mit bisher alle Marketing-Experten in Gesprächen bestätigt), dass das hier keine Absicht war. Der Chef scheint einfach nur davon überzeugt zu sein, dass er selbst alles am besten kann. Jemand hat mir sogar erzählt, die hätten ein eigenes Tonstudio angeschafft, um das alles in Eigenregie durchziehen zu können. Keine Ahnung, ob das stimmt.

Wir haben den Webauftritt/Shop vor einigen Tagen noch mal etwas gründlicher unter die Lupe genommen. Das ist schon echt heftig für einen "Relaunch". Das Ergebnis gibt´s übrigens bald live per Web-TV im Internet zu sehen... Mehr dazu zu gegebener Zeit hier.

17 | David schreibt am 25.10.08 7:24:

Die Seitenbacher-Radiospots waren sogar Bestandteil der Audiotechnik-Veranstaltung in meinem Medieninformatikstudium ;)

Das mit dem eigenen Tonstudio habe ich übrigens auch so gehört...

Bei Audiospots kann das ja noch funktionieren, weil man damit aus der Reihe tanzt, auffällt und in Erinnerung bleibt. Bei Webseiten, die etwas verkaufen möchten gelten aber andere Regeln...
Immerhin haben sie eine telefonische Bestellhotline angegeben. Darüber verkaufen Sie wahrscheinlich mehr Müsli als online...

18 | Phil schreibt am 29.10.08 3:18:

Die Webseite passend zu den nervigen Werbespots im Radio - genauso schlecht.
Muss ja nicht bedeuten, dass die Produkte schlecht sind.... die Werbung in allen Medien ist aber definitiv unterirdisch!

19 | Chris schreibt am 10.11.08 10:44:

Ist ja lustig. Gerade halte ich mein heute erhaltenes Exemplar Website Bossting 2.0 in den Händen und beginne die ersten Seiten zu verschlingen, da muss ich bei Kapitel 2 Virales Marketing an Seitenbacher denken.
Als ich mir dann gedacht habe: besuchst du mal die Internetseite zum Buch, stolpere ich doch tatsächlich über diesen Blogbeitrag. Was hab ich geschmunzelt. ;-)

Ich habe auch schon gehört, dass die Radiospots von Willi Pfannenschwarz persönlich im hauseigenen Tonstudio aufgenommen werden. Als ich vor ein paar Wochen die "neue Internetseite" von Seitenbacher aufgerufen habe viel mir sofort das grafiklastige Design (falls man das überhaupt noch so nennen kann) ins Auge und mein erster Gedanke war: Willi, du hast doch nicht etwa auch noch den Relaunch deiner Seite selbstgemacht (...war doch die alte Seite schon so erbärmlich).

Aber ganz ehrlich, ich bin wie viele andere hier auch der Meinung, dass die Werbung einfach so schlecht ist, dass sie schon wieder positive Auswirkungen hat. Denn bekanntlich spricht spricht sich ja gerade negatives sehr schnell rum (Kapitel 2.2.3 "Skandalinszenierung und Empörung" lässt grüßen ;-) ).

"Welche Rolle spielt Seitenbacher in Ihrem Leben,
teilen Sie Ihre Erlebnisse doch mit uns.

Wir freuen uns auf Ihre Geschichten!"

> hier sind sie ;)

In diesem Sinne "lecker...lecker..schwäbisch ebbe"
Chris

Hallo,

das freut mich aber, dass Sie das hier ansprechen. Den Spot habe ich auch gehört. Jedoch kenne ich die Marke Seitenbacher. Geld habe ich dafür noch nicht ausgegeben, weil die Produkte aussehen wie aus dem Chemiebaukasten und noch dazu sehr teuer sind.

Der Besuch auf der Website war dann eine herbe Enttäuschung. Aber sicher wird das in dem Falle nicht stören. Die Firma hat wegen der Website auch nicht weniger Kunden aber auch nicht mehr.

Wie gesagt, man hat ja die Radiowerbung, die mich genau wie die von Carglas extrem nervt.

VG und gerne weiter mit solchen Beispielen, unsereins traut sich das ja kaum.

;-)

21 | Matthias schreibt am 12.11.08 11:16:

Der "Image-Film" ist auch nicht schlecht und im Abspann sind sogar noch zwei Werbeagenturen genannt (davon eine für Radiowerbung ;-)
http://www.seitenbacher.de/Seitenbacher-videos/imagefilm/Imagefilm_streaming.mov

22 | Michael schreibt am 17.11.08 8:57:

Seit mymuesli.de habe ich mir auch mal die Webseiten anderer Müsliproduzenten angesehen. Beim Besuch des Internetauftritts von Seitenbacher habe ich mich nicht mehr über deren Radiowerbung gewundert.

Natürlich habe ich auch gleich einen Blick auf seitenbacher.de geworfen, nachdem ich den Radiospot bezüglich der neuen Webseite gehört hatte. Wenn man dann sowas sieht, muss man sich schon fragen, ob der Ersteller (wer auch immer das sein mag) schon einmal auf einer anderen Internetseite außer google.de war.

Wenn man sich mal den meta-Tag Keywords ansieht, wieviel und was da so drin steht. Auszug daraus: ...Bitte versuchen Sie Ihren Händler davon zu überzeugen, dass er die von Ihnen gewünschten Seitenbacher Produkte in seinem Sortiment führt...

Naja, der Chef von Seitenbacher kann ja gerne seine eigenen Ideen einfließen lassen, aber man sollte das Ganze dann doch in eine sinnvolle Form gießen.

23 | Samson schreibt am 27.11.08 9:52:

Ich bin froh darüber, dass es solche Seiten im Internet gibt. Wenn es nur gute und sehr gute Webseiten gäbe, wären ja alle auf Platz 1 in den Suchmaschinen.
;-)

24 | Thai schreibt am 22.02.09 13:00:

Jeder macht das was er am besten kann, und es gibt ja auch nicht nur wunderschöne Frauen, und dennoch finde jede mal Ihren Mann

25 | Maler schreibt am 25.02.09 13:29:

Mittlerweile ist Februar und auf seitenbacher.de kann man immer noch sehen, wohin exzessiver Müslikonsum führen kann. Das macht einem schon Angst. Bis Heute habe ich ehrlich nicht gewusst, wozu sich Frontpage missbrauchen lässt.
Gruß, Rolf Maler

26 | Matze schreibt am 29.06.09 16:03:

Leider habe ich gerade erst gesehen, wie hier über die Seitenbacher-Webseite geschrieben wird.
Ich möchte an dieser Stelle auch noch mal die Seitenbacher-Fernsehwerbespots anbringen, die auch zeitweise mal im Vorabendprogramm der ARD liefen:

http://www.youtube.com/watch?v=lXoJM4UPzuU

http://www.youtube.com/watch?v=8IKQm9AeKLc

http://www.youtube.com/watch?v=h6gcUU9tbQ4

Die Spots scheinen ähnlich wie die Radiospots im "eigenen" Studio gemacht worden zu sein - und sind daher logischerweise extrem... nunja, "hochwertig" :)

@Michael: Ich hatte mir gerade mal die MEta-Keywords angeschaut. Herrlich, dass für die Darstellung mein 1680×1050 Pixel umfassender Bildschirm nicht mehr ausreicht. Keyword-Spamming at it's best :)

Die Grundthese der ganzen Kommentare scheint ja zu sein:
Der Webauftritt und die Radiowerbung sind unterirdisch schlecht. Das Ganze ist für Seitenbacher geschäftsschädigend. Wenn die Geld für eine vernünftige Werbeagentur in die Hand nehmen würden, ginge deren Umsatz / Gewinn durch die Decke.

Ich bin mir da nicht so sicher, ob das wirklich so ist. Die Radiowerbung polarisiert bewusst und spaltet die Zuhörer in zwei Lager: Ein Teil des Publikums findet die Werbespots kultig. Der Rest wechselt den Radiosender. Welche Werbung kann das schon von sich behaupten?

Gleiches gilt für die Homepage. Als erstes wird wahr genommen, dass sich der Willi Pfannenschwarz eben noch um alles selber kümmert und auch persönlich mit seinem Namen für höchste Müsli-Qualität steht. Man stellt sich vor, dass er selbst jede Müsli-Tüte kontrolliert, was ja angesichts der vielen Lebensmittelskandale schon ein Riesen-Vertrauensvorschuss ist.

Von daher: Wenn sein Müsli irgendwann einmal eine schlechte Qualität hat und dies in der Presse breit getreten wird, kann er seinen Laden dicht machen. Eine etwas altmodische Seite im "Selbergestrickt-Look" untermauert aber nur den Kultstatus.

Von daher: schlecht ja, geschäftsschädigend nein

Viele Grüße
Oliver Knittel

@ Oliver Knittel
Ich bin mir nicht sicher, ob Besucher unterscheiden können, ob ein Webauftritt "absichtlich" und aus "kultigen" Gründen schlecht gemacht ist oder ob da einfach nur ein Bastelschlumpf dran war. Einkaufen über das Web ist Vertrauenssache und wenn einem Shop bestimmte Dinge fehlen, wirkt (!) er eben nicht besonders vertrauenserweckend. Da will ich gar nicht davon reden, dass Bezahldaten unverschlüsselt ohne SSL übertragen werden. Das hat nix mehr mit Kult zu tun, das ist grob fahrlässige - den Kunden gegenüber...

Ob man die Radio- und Fernsehwerbung putzig oder kultig findet, bleibt jedermanns Geschmack überlassen. Aber ein amateurhafter Webauftritt - das würde ich damit nicht entschuldigen lassen. Und es bringt auch gar nichts, dass der Chef hier alles selber macht. Baut er auch seine Maschinen selber? Entwirft er die Motoren für die LKWs? Zu guten Produkten gehört auch eine Professionalität. Ich nehmen an, dass bei Seitenbacher die Müslis auch nicht mit der Pinzette vom Chef am Ende des Tages kontrolliert werden, sondern dass man sich da moderner Qualitätssicherungsmaßnahmen bedient. Beim Web hat man das offenbar vergessen.

An einem schlechten Webauftritt lässt sich meiner Meinung nach auch mit Argumenten nichts verbessern. Wer die Radiospots nicht gehört hat und "einfach" so auf die Webseiten kommt, erschrickt möglicherweise erst mal...

Aber natürlich kann das alles einem großartig angelegten Plan folgen, den man nur so nicht erkennen kann ;-)

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