Website Boosting 2.0 - Weblog

Der Weblog für das Buch Website-Boosting 2.0 von Mario Fischer

Website Boosting @ Google



Letzten Freitag durfte ich bei Google in Hamburg einen Vortrag über Webusability halten. Dort wurde mir als erstes ein ganz besonderer Mitarbeiter vorgestellt. Sein Name ist...


Bond - James Bond. Kein Spaß, einer der Hamburger Mitarbeiter heißt tatsächlich so (ein Engländer) und er hat mir über das interen Google-System gezeigt, dass es noch einen weitern James Bond bei Google in den USA gibt. Wer von beiden die Lizenz zum Löten hat, konnte ich aber nicht rausbekommen.

Jeden Freitag findet bei Google ja weltweit das berühmte "TGIF" (Thank god its friday) statt. Gegen 16 Uhr treffen sich alle Mitarbeiter und Einige schalten sich auch per Videokonferenz auf. Dann werden wichtige Ereignisse der Woche, kommende Dinge und Projekte diskutiert und, ja und dort stellen sich auch die Noogler vor. Noogler werden die Newbies, also neue Mitarbeiter bei Google genannt. Sie müssen eine putzige Schirmmütze mit einem Propeller und der Aufschrift "Noogler" tragen. Jeder stellt sich vor versammelter Mannschaft vor und muss kritische Fragen beantworten. Das sind dann kritische Fragen wie "Welches war Dein erstes Konzert, bei dem Du warst" oder "Welches Eis ist Deine Lieblingssorte" gestellt. Alles in allem eine wunderbar herzliche Atmosphäre. Man spürt, dass das eine große Familie ist, in die die Noogler bereitwillig aufgenommen werden. Ich glaube, alleine bei diesem einzelenen TGIF ist mehr gelacht worden, als in fünf mal so großen Unternehmen in einem ganzen Jahr. Kein Wunder also, welche kreativen Kräfte die Mitarbeiter dort dem Unternehmen Google verleihen.


Christian Michael, der bei Google den Bereich Retail (Einzelhandel) für Deutschland leitet, hatte mich zu einem Vortrag vor den Googlianern eingeladen. Ich habe versucht, den Zusammenhang zwischen Online-Marketing (also Kunden holen, insb. über Suchmaschzinen) und der Usability einer Website zu visualisieren. Und welche enormen Hebel in einer fruchtbaren Verbindung beider Bereiche bestehen. Das ganze hatte ich garniert mit Beispielen aus dem Web.
Natürlich vordergründig witzige Beispiele - aber beim Nachdenken über die Wirkung auf potentielle Neukunden konnte einem auch schon mal ein klein wenig das Lachen im ökonomischen Teil des Halses stecken bleiben.

Im gemeinsamen Gespräch danach wurde sehr deutlich, dass schlechte Usability auf Websiten und natürlich vor allem in Shops auch für Google ein Problem darstellt. Werbetreibende beschweren sich zum Teil, dass aus dem "eingekauften" und aufschlagenden Traffic via Adwords am Ende des Tages nicht so viel Umsatz generiert wird, wie man das möchte. Sieht man sich die Webseiten dann an, wird in der Regel schnell klar, wo die Fußhupe (vulgo: der Hund) begraben liegt: Schlechte Usability - oft, nein fast immer von gar mal nicht so billigen Agenturen zu verantworten. "Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler". Wenn sich das mal rumsprechen würde... Aber nicht (nur) bei Agenturen, sondern vor allem bei den Auftraggebern.

Liebe Geldausgeber: Nicht Euch muss der Webauftritt gefallen! Banal? Warum lasst Ihr dann immer wieder Agenturen pitchen, schaut Euch deren Vorschläge an und entscheidet dann, wer das Geld bekommt? Warum testet Ihr die Farben Eurer Klamotten, die Haptik Eurer Schalter und den Sound einer Auspuffanlage mit Kunden - Eure Webseiten aber nicht? Eben!
Autos werden doch auch nicht nur für den Vorstand gebaut? Naja gut, eines fällt mir schon ein. Aber das ist eher die Ausnahme und daran zu erkennen, dass alle das Kennzeichen "WOB" tragen. Ich weiß gar nicht, ob dieses Fahrzeug schon mal als "Nicht-Dienstfahrzeug" aus dieser Stadt gefahren wurde ;-) Aber ich schweife ab.

Vor und nach dem Vortrag gab´s ein hübsches kaltes Bufett und die berühmten Google-Kühlschränke wurden geplündert. Von den vielen Regalen mit Süßigkeiten hab ich lieber die Finger gelassen, aber die Auswahl ist mit einem kleinen Supermarkt durchaus vergleichbar. An der Eistruhe bin ich beim "Brauner Bär" aber dann doch noch schwach geworden... Nostalgie.

Ich war ja schon zwei mal vorher bei Google. Und schon damals war ich begeistert, wie viele Mitarbeiten von Arbeitsplatz aus oder beim Begegnen im Gang Fremde so herzlich grüßen. Aber diesmal war durch die Menge der anwesenden Menschen die ganz eigene Aura dieser Company spürbar und präsent. Dort werden nicht nur die Besten abgefischt und eingestellt. Es sind allesamt eigene Persönlichkeiten mit Stil und hoher sozialer Kompetenz. Ich kann mir nicht vorstellen, dass auch nur einer oder eine in der ganzen Truppe dabei ist, mit dem/der man nicht auch nach der Arbeit in der Freizeit gerne mal einen heben gehen würde.

Wer kann das schon von seiner eigenen Company behaupten?

Mehr inhaltliche Details kann ich hier leider nicht liefern. Alle Besucher müssen bei Google ein Geheimhaltungsabkommen unterzeichnen. Sonst hätte ich auch nie erfahren, dass

;-)

Ach ja, Lennart Paulsen, ein Mitarbeiter von Google und Betreiber des offiziellen Adwords-Weblogs für Deutschland hat hier einen kleinen Beitrag dazu geschrieben.


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Geschrieben von Mario Fischer am 08.07.2007 | Kategorie: Aktuell

Kommentare & Anmerkungen

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Kommentare

Wie "welches Publikum"?
Die Mitarbeiter von Google aus Hamburg und eine (mir) unbekannte Zahl an Teilnehmern von Google von anderen Standorten, die sich per Videokonferenz zugeschaltet haben.

2 | Frank Wolff schreibt am 10.07.07 6:10:

Na ja, Kaufleute, Programmierer, Abteilungsleiter, Poststelle, nur Leute von Adwords, Adsense usw. ?
Wollte nur mal fragen für welche Mitarbeitergruppe das gedacht war, wenn Google nicht einfach gesagt hat, dass jeder kommen mag der will.

Im wesentlichen wird in Deutschland ja nur Adwords betreut. Da gibt es Kundenbetreuer, Programmierer, Abteilungsleiter, Head of.. , Chief of... und sicher auch eine Poststelle ;-)
Am TGIF sind eigentlich alle Mitarbeiter querbeet da, weil neben Vorträgen (wie meinem) vor allem auch wichtige Projekte etc. gemeinsam besprochen werden und Informationen fließen. Vom Team, die den organischen Bereich (die "gerechneten" Suchergebnisse) von Google betreffen, ist natürlich keiner da. Die sitzen alle in Mountain View im sonnigen Kalifornien.

Sicherlich ein interessanter Nachmittag.
Welches Publikum seitens Google war denn bei dem Vortrag dabei ?

5 | video conferencing schreibt am 13.12.08 5:36:

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