Hotel Alpina - oder: Flash Gordon approaching...
Ich hab ja im Buch und auch schon öfter im Web aufgerufen, mir doch Webseiten zu nennen, auf denen sinnhaft Flash eingesetzt wird. Das Gegenteil passiert. Damit meine ich, dass ich immer wieder Mails bekomme mit "Irrsinn", "Abgespaced" oder "wie kann man nur...". Ein besonderes abschreckendes Beispiel wurde mir erst kürzlich von Frau Völkl geschickt...
Das Hotel Alpina in Österreich hat offenbar einen Webflasher reich gemacht. Schon der Eingang in die Site selber ist nicht leicht zu finden (Tipp: Mal auf die entspannten Bilder klicken, egal auf welches). Ein hübsches Intro lädt freundlich aber bestimmt zum allseits bekannten Klick auf "Skip intro" ein. Danach wird der Browser kastriert, d. h. man nimmt dem Besucher die Menüleiste und seine gewohnten Bedienungsmöglichkeiten. Scheinbar eine unausrottbare Krankheit, unter der einige Webdesigner leiden, nach dem sie einen Flashkurs belegt haben.
Ein Klick auf "geniessen/erlesene Weine" fördert weitere Flashanimationen zu Tage. Fast übersieht man den kleinen Text rechts: "Erlesene Weine aus aller Welt erwarten Sie in unserem Speisesaal und in unseren Bars". Aha. Ein weiterer Klick z. B. auf "angebote" öffnet bereits das dritte, in der größe fixierte Fenster (natürlich zu klein, Sie ahnen es).
Gut ist (und hilft Flash natürlich sehr), dass man Zimmer oder die Lobby in einer Panoramadarstellung ansehen kann. Man bekommt einen guten Eindruck vom Hotel.
Schlecht ist, wenn man das liebe Teilchen im Firefox-Browser öffnet (in Deutschland wird der "Marktanteil" lt. Onestat.com im Juli 2006 schon auf über 39% gemessen!). Was man da zu sehen bekommt, kann man nicht beschreiben, man muss es sehen:

Ich habe an den Proportionen nichts geändert - das sieht wirklich so aus. Und man kann es mit einer exakt arbeitenden Maus und einem Elektronenrastermikroskop sogar bedienen.
Fazit: "Interaktive" Darstellungen helfen dem Besucher das Angebot einzuschätzen. Mit der dazu verwendeten Technik allerdings eine ganze Website zu vergewaltigen... Ob man das beim Hotel Alpina weiß?
Von Abschreckendem kann man viel lernen, weil einem als Unbeteiligter solche Dinge sehr viel unangenehmer auffallen, als auf den eigenen Webseiten.
Wer also einen Selbstversuch machen möchte, hier der Link: Hotel Alpina.
Und prüfen Sie genau, wie Ihr limbisches System darauf reagiert... ;-))
Stichworte: Flashverbrechen
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Geschrieben von Mario Fischer am 27.09.2006 | Kategorie: Optische Gestaltung
Kommentare & Anmerkungen
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Kommentare
Bei mir kommt gar nichts, das Fenster geht zwar auf, bleibt aber leer ... Safari unter Macintosh mit aktuellem Flash-Plugin.
... und unter Windows Vista im IE7 wird selbst die Panoramaansicht nicht mehr angezeigt...
"Windows has blocked this software because it can't verify the publisher."








Ich habe mich erst vor kurzem als Webdesignerin selbsständig gemacht und leider sind solche Flashkatastrophen vom Kunden oft gewünscht. Erwähnt man dann Usability und Google stößt man auf taube Ohren. Ich lehne solche Aufträge gleich ab,obwohl das Geld dann natürlich fehlt. Und dann schaue ich mich gerne mal auf Seiten von Agenturen und Webdesignerin um. Oh Graus... Es wimmelt von Flash, schlecht bis garnicht lesbare Schrift, scheußliche Layouts sowieso, ja wen wunderst dann noch?